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Mein Hund hechelt stark, ist das normal?

Lautes und andauerndes Hecheln des eigenen Hundes versetzt viele neue Hundebesitzer schnell in Panik und lässt sie angstvoll den Tierarzt aufsuchen. In vielen Fällen stellt sich heraus, dass der Hund schwitzt oder kurze Zeit vorher einer starken Anstrengung unterlag. Manchmal kann allerdings eine Krankheit dahinter stecken, die einer Behandlung bedarf.

hund hechelt stark bild

Warum hecheln Hunde?

Sie hecheln aus verschiedenen Gründen wie beispielsweise:

  • nach oder während eines Spazierganges
  • wenn sie durstig sind
  • bei höheren Temperaturen
  • nach anstrengenden Trainingseinheiten
  • bei Aufregung
  • bei Nervosität
  • als freudigen Ausdruck
  • bei Stress
  • bei Fieber
  • bei Schmerzen oder
  • bei Angst.

Das Hecheln dient dem Ausgleich ihrer Körpertemperatur und stellt gleichzeitig ein Zeichen ihrer Anspannung dar. Ein ausgeglichener, entspannter Hund hechelt weniger als ein aufgeregter oder angespannter. Die Lautstärke des Hechelns und der Atmung geben uns zudem Anzeichen zu seiner Gesundheit.

Was geschieht im Hund, wenn er hechelt?

Hunde verfügen nicht über Schweißdrüsen wie wir Menschen und das Hecheln hilft ihnen, ihre Körpertemperatur zu senken und zu stabilisieren.

Er hechelt, indem er das Maul öffnet, die Zunge heraushängen lässt, durch die Nase ein und den Mund ausatmet. Seine Atemfrequenz kann beim Hecheln bis zu zehnmal höher sein, als wenn er entspannt atmet.

Zwischen der Mundschleimhaut des Hundes und seiner Luftröhre befindet sich ein sogenannter „Totraum“. Aufgrund dieses Umstandes kann viel mehr Luft, viel schneller, hin und her zirkulieren, als bei der normalen Atmung. Dies hat zur Folge, dass beim Hecheln weniger Luft die Lungen erreicht als beim einfachen atmen. Dies schadet dem Hund nicht. Es gelangt zwar pro Atemzug weniger, aber schneller Luft in seine Lungen und somit stellt sich ein gewisser Ausgleich beim Hecheln ein. Beruhigt sich der Hund, atmet er sogleich langsamer, tiefer und gleichmäßiger.

Das Hecheln führt dem Hund demnach keine kühle Luft zu. Es entzieht vielmehr seinem Körper warme Flüssigkeit, die durch den stetigen, schnellen Luftzug verdunstet und seinen Körper auf diese Weise abkühlt. Der starke Durst nach dem Hecheln ist somit verständlich.

Gibt es Unterschiede beim Hecheln zwischen den einzelnen Rassen?

Ja, die gibt es. Kurzschnauzige und kurznasige Hunderassen, wie beispielsweise der Mops oder der Boxer hecheln häufiger und intensiver als Rassen mit langen Schnauzen. Sie geraten schneller außer Atem und leiden häufiger unter Atembeschwerden. Hecheln sie, benötigt dies einer besonderen Beobachtung, da es schnell zu Problemen kommen kann.

Große Hunderassen hecheln in vielen Fällen lauter und länger, ihre Körpertemperatur senkt sich langsamer aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichtes. Einer besonderen Beobachtung bedarf ihr Hecheln nicht, da die beiläufigen Geräusche selten bedenklich sind.

Welche Symptome kann das Hecheln haben?

Das Hecheln nach Anstrengungen wie einem Spaziergang oder Training, bei warmen Wetterbedingungen und bei Aufregung ist als unbedenklich zu betrachten. Es dient dem Hund zur Regulierung seiner Körpertemperatur und er zeigt damit seine Anspannung, Anstrengung und/oder freudige Erwartung.

Das einzelne Hecheln kann in Verbindung mit Atemgeräuschen auftreten und unterschiedlich lang andauern.

Wichtig!
Laute Atemgeräusche, die unregelmäßig wirken und/oder durch starkes Husten unterbrochen sind, weisen auf eine Erkrankung hin. Ein Tierarztbesuch schafft Klarheit.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Hechelt der Hund ohne erkennbaren Grund beispielsweise wenn:

  • er ruhig aus dem Schlaf erwacht,
  • er zuvor entspannt und ruhig neben seinem Halter saß oder lag,
  • keine äußeren Anreize ihn in Aufregung versetzen oder
  • es keinen Grund zur Anspannung gibt,

erweist es sich als wichtig, den Hund im Auge zu behalten und das Hecheln zu beobachten. Diese Art des Hechelns kann auf verschiedene Krankheiten und/oder Schmerzen des Hundes hinweisen.

Hustet der Hund während des Hechelns häufiger, wirkt die Atmung schwerer oder muss er sich übergeben, führt kein Weg mehr an einem Tierarztbesuch vorbei. In diesem Fall kann sich eine schlimme Krankheit hinter dem Hecheln verbergen.

Warum hecheln Hunde abends und nachts stark?

Das Hecheln am Abend und/oder in der Nacht kann mehrere Ursachen haben. Junge Hunde hecheln nach einem anstrengenden Tag und dem letzten Rundgang, wenn sie sich auf die Nachtruhe einstellen. Der Körper fährt durch das Hecheln seine Temperatur herunter und lässt ähnlich dem Menschen, den Tag Revue passieren. Diese Art des Hechelns ist normal. Nach kurzer Zeit beruhigt sich der Hund, legt sich in eine angenehme Position und schläft friedlich ein.

Schreckt er aus dem Schlaf auf, wirkt unruhig und hechelt angestrengt, hustend oder mit Atemaussetzern/starken Atemgeräuschen, zeigt uns dies, dass es ihm nicht gut geht. Ein Problem mit dem Herz oder der Lunge kann der Tierarzt schnell feststellen und dem Hund mit geeigneten Mitteln helfen.

Warum hecheln Hunde nach einem Spaziergang?

Jeder Spaziergang belastet den Körper. Feldwege, Waldwege und unbefestigte Wege fordern ihren Preis. Die Muskulatur, die Läufe, der Rücken, das Herz und die Atmung erfahren mit jedem Schritt Anstrengung. Je weiter der Spaziergang oder unwegsamer die Strecke, desto mehr hechelt der Hund. Durst, Anstrengung und die erhöhte Körpertemperatur, aufgrund der Bewegung, zwingen den Hund zum Hecheln.

Am Ende des Spaziergangs stehen für den Hund das Trinken und das Hecheln an erster Stelle. Ist sein Durst gestillt, bleibt eine gewisse Anspannung in ihm zurück und er begegnet ihr mit weiterem, aber weniger intensivem Hecheln. Mit ihm führt er seinem Körper Kühle zu. Die Körpertemperatur sinkt und der Hund entspannt sich zusehends. Er hechelt langsamer, ruhiger und atmet nach und nach wieder normal mit geschlossenem Maul.

Warum hecheln Hunde stark bei Gewitter?

Gewitter mit Blitz und Donner verängstigen viele Hunde. Die ungewohnten, plötzlichen Geräusche, die hellen Blitze und die starke elektrische Energie in der Atmosphäre nehmen sie als Bedrohung wahr. Sie fürchten sich und versuchen, diesen Phänomenen zu entkommen. Hecheln aus Angst ist bei Hunden nicht ungewöhnlich und dient ihnen zur körpereigenen Stabilisierung.

Im Gegensatz zu Katzen hassen Hunde starke Energien und versuchen sich außerhalb dieser Felder aufzuhalten. Viele Hunde verstecken sich beim Gewitter unter Betten oder in Ecken. Sie hecheln und bellen zum Teil das Gewitter an, weil sie sich nicht anders zu helfen wissen.

Warum hechelt ein Hund im Schlaf?

Hunde träumen und verarbeiten im Schlaf das Tagesgeschehen. Manche hecheln während des Schlafens, andere bewegen die Läufe, wedeln mit dem Schwanz oder schmatzen. Diese Art des Hechelns gilt als natürliche Verhaltensweise und erweist sich in vielen Fällen als normal und unauffällig.

Schreckt der Hund hoch, hechelt er unkontrolliert, hustend oder mit schwerer Atmung, liegt in vielen Fällen eine Erkrankung vor, die ein Tierarzt abklären muss.

Wie kann ich meinem Hund helfen?

Hechelt der Hund aus offensichtlichen Gründen wie Anstrengung, Aufregung oder Freude benötigt er keine Hilfe. Dieses Hecheln ist natürlich und gehört zu ihm.

Hechelt er aus Angst, kann der Hundehalter versuchen ihn zu beruhigen und ihm durch seine Nähe zeigen, dass ihm nichts geschehen kann.

Im Sommer, bei höheren Temperaturen hilft es dem Hund, wenn er jederzeit Schatten aufsuchen und frisches Wasser trinken kann.

Leidet er sichtbar unter Schmerzen oder gibt es andere Anzeichen, die auf eine Krankheit hindeuten, führt kein Weg an einem Tierarztbesuch vorbei.

Warum hechelt mein Hund stark? – das Fazit

In vielen Fällen erweist sich das Hecheln des Hundes als normal und bedarf keiner weiteren Beachtung.

Treten zusätzliche Anzeichen auf wie Husten, Erbrechen, stetige Unruhe oder das Aussetzen der Atmung, wird ein Tierarztbesuch wichtig, um Schlimmeres zu vermeiden.

Hilfreich ist es, wenn der Hund stets frisches Wasser trinken kann und er es sich im Sommer an einem schattigen Plätzchen bequem machen kann. Nach anstrengenden Aktivitäten braucht er Wasser und Ruhe. Hat er Angst, hilft ihm die Nähe seines Menschen.

Ansonsten gehört das Hecheln einfach zu ihm, wie das Schwitzen zu uns.

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