Umfassender Ratgeber zur Welpenerziehung und Hundeerziehung

Die richtige Erziehung eines Hundes ist gar nicht so einfach. Die prägendste Zeit für den Hund ist die Welpenzeit und dauert etwa 20 Wochen. Es ist also extrem wichtig, dass ein Hund schon bei der Welpenerziehung alle wichtigen Dinge erlernt. Hierzu gehören beispielsweise das Erlernen von Stubenreinheit, die Leinenführigkeit und alle wichtigen Befehle wie „Sitz“, „Platz“ und „Bleib“.

Welpenerziehung

Bei der Hundeerziehung gibt es zahlreiche unterschiedliche Ansätze. Während vor 50 Jahren noch viele Hundebesitzer auf teilweise gewaltsame Erziehung gesetzt haben, so wird diese Methode heutzutage kaum noch angewendet. Stattdessen legen die meisten Hundetrainer viel Wert darauf, dass bei der Welpenerziehung mit Belohnungen gearbeitet wird. Diese müssen immer direkt nach einer gelungenen Aktion des Welpen erfolgen, da der Hund ansonsten nicht versteht, wofür die Belohnung gedacht ist.

Wenn Sie Ihren Hund erziehen, sollten Sie immer daran denken, dass die meisten Welpen sehr lernwillig sind und immer versuchen, alles richtig zu machen. Natürlich klappt nicht immer alles direkt am Anfang, aber Sie sollten bei der Welpenerziehung nie die Geduld verlieren.

Die häufigsten Probleme bei der Hundeerziehung

Einige Probleme bei der Hundeerziehung betreffen fast jeden Hundehalter. Zu diesen gehören beispielsweise folgende Dinge:

Hundeerziehung

 

Der Hund zieht an der Leine

Das Ziehen an der Leine ist wohl eines der am häufigsten auftretenden Probleme bei Hundehaltern. Um diesem Problem entgegenzuwirken sind folgende Methoden empfehlenswert:

  1. Stehenbleiben: Der Hund muss von Anfang an verstehen, dass er mit dem Ziehen an der Leine nichts erreichen kann. Wenn er also anfängt zu ziehen, bleiben Sie einfach stehen und sorgen somit dafür, dass das Tier den gewünschten Zielort nicht erreicht. Zunächst wird der Hund anfangen, noch stärker zu ziehen, aber Sie müssen hier geduldig bleiben und warten, bis er die Leine wieder locker lässt.
  2. Die Richtung wechseln: Eine ebenfalls hilfreiche Methode, um das Ziehen an der Leine zu unterbinden liegt darin, dass Sie umgehend die Richtung wechseln, wenn der Hund anfängt zu ziehen. Hiebei ist der klassische Leinenruck nicht zu empfehlen, da er dem Tier Schmerzen zufügen kann und der Hund außerdem nicht versteht, was er falsch gemacht hat. Wenn Sie schnell reagieren können, so kann es allerdings sinnvoll sein, direkt in den Hund hineinzudrehen, wenn er anfängt zu ziehen. Diese Methode wird ausführlicher in dem Video weiter unten erklärt.
  3. Leckerlis und Clicker: Natürlich können Sie Ihren Hund auch mithilfe von Leckerlis  dazu bringen, mit dem „Ziehen an der Leine“ aufzuhören. Wenn er also anfängt zu ziehen, dann locken Sie ihn einfach mit einem Leckerli zu sich. Diese Methode sollte jedoch nur in Maßen verwendet werden, da er ansonsten nur das gewünschte Verhalten zeigt, wenn er eine Belohnung erhält. Mit einem sogenannten Clicker kann die Konditionierung weiter verstärkt werden.
  4. Geschirr: Ein Hundegeschirr wird um den Rumpf des Hundes gelegt. Hierdurch wird im Vergleich zum klassischen Hundehalsband der Hals des Hundes deutlich weniger belastet. Dies ist nicht nur deutlich angenehmer für das Tier, sondern sorgt häufig auch dafür, dass der Hund weniger zieht.

Ein aus meiner Sicht sehr gelungenes Video zu dem Thema vom WDR finden Sie hier:

Der Hund bellt, wenn Besuch kommt

Oft drehen Hunde total durch, wenn Besuch kommt und jemand an der Haustür klingelt. Sie sprinten zur Haustür und fangen wie verrückt an zu bellen. Wenn das Herrchen dann den Hund anbrüllt, dass er aufhören soll, verstärkt dies nur das Bellen des Hundes, da er denkt, das man mit ihm bellt. Um dem Tier dieses Verhalten abzugewöhnen können beispielsweise folgende Maßnahmen hilfreich sein:

  1. Leckerlis: Wenn Sie den Hund kurzfristig dazu bewegen wollen, mit dem Bellen aufzuhören, so kann es oft helfen, den Hund mit Leckerlis abzulenken. Langfristig sollten Sie aber natürlich anstreben, dass das Tier auch ohne diese Maßnahme mit dem Bellen aufhört.
  2. Aus!: Die meisten Hunde lernen diesen Befehl schon vom Welpenalter an und haben ihn daher tief verinnerlicht. Wenn der Hund also anfängt zu bellen, dann rufen Sie ihm einmalig diesen Befehl zu. Wenn er direkt darauf hört, so loben Sie ihn. Mit der Zeit wird das Tier lernen, direkt nach dem „Aus“- Befehlt mit dem Bellen aufzuhören.
  3. Den Hund ins Körbchen schicken: Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Hund direkt zu seinem Stammplatz zu schicken, wenn er bellend zur Tür sprintet. Dies sollte sehr bestimmt erfolgen.

Unkontrolliertes Anspringen

Vor allem bei größeren und schweren Hunden ist es sehr wichtig, dass der Hund lernt, dass er Leute nicht zur Begrüßung anspringen darf. Im Welpenalter wird dies vielleicht noch als niedlich angesehen, bei einem Hund mit einem Gewicht von über 60 Kilogramm kann dies jedoch sogar gefährlich werden. Außerdem sorgt der Hund durch das Anspringen dafür, dass die Kleidung verschmutzt wird, wenn er vorher im Dreck gespielt hat.

Um das unkontrollierte Anspringen zu verhindern, gibt es folgende Erziehungsmethoden für den Welpen:

  1. Ausweichen: Sobald der Hund versucht, Sie anzuspringen, weichen Sie einfach direkt aus und drehen sich ab. Daraufhin fordern Sie ihn auf, sich zu setzen und begrüßen ihn freundlich. Wenn Sie dieses Verhalten dauerhaft durchziehen, lernt der Hund mit der Zeit, dass er für das „Nichtanspringen“ belohnt wird.
  2. Ignorieren: Einige Hundetrainer wenden außerdem die Methode an, dass Sie den Hund konsequent komplett ignorieren, wenn er Sie anspringt. Erst, wenn der Hund wieder auf dem Boden ist, wird er begrüßt.
  3. Der „Buzzer“: In dem unteren Video wird außerdem die Möglichkeit vorgestellt, den Hund leicht herunterzudrücken, wenn er versucht, sein Herrchen anzuspringen. Die Hundetrainerin vergleicht die Methode mit einem Buzzer, bei der der Hund leicht von oben angestupst wird, wenn er hochspringt. Auf Dauer wird er so lernen, dass dieses Verhalten nicht erwünscht ist.

Ein mehr theoretisches Video, aber dennoch ebenfalls sehr gelungenes Video zu dem Thema finden Sie hier:

Wichtige Helfer bei der Hundeerziehung

Um bei der Hundeerziehung und der Welpenerziehung die maximalen Erfolge zu erzielen, können einige Hilfsmittel nützlich sein. Diese führen außerdem dazu, dass der Spaß für Hund und Herrchen nicht verloren geht und Abwechslung bei der Hundeerziehung entsteht.

Die wichtigsten Werkzeuge bei der Welpenerziehung sind natürlich die Stimme und die eigene Körpersprache. Bei der Stimme sollten Sie vor allem darauf achten, dass Sie den Hund nicht anbrüllen, da er dies in den meisten Fällen ignorieren wird. Stattdessen sollten Sie je nach Situation zwischen hoch, tief und laut und leise unterscheiden. Je leiser Sie sprechen, desto eher reagiert der Hund auf Ihre Befehle. Wenn Sie den Hund loben wollen, sollten Sie eher hoch sprechen, da es dann als angenehmer empfunden wird. Bei lauter und energischer Stimme merkt der Hund, dass er etwas falsch gemacht hat.

Pfeife

Eine Hundepfeife erzeugt Geräusche im Ultraschallbereich und kann daher nur vom Hund gehört werden. Sie können Ihren Hund darauf konditionieren, dass er kommt, wenn Sie kurz in die Pfeife blasen. Dies hat den Vorteil, dass Sie bei weiten Entfernungen nicht Brüllen müssen und die Pfeife allgemein eine höhere Reichweite besitzt.

Spielzeuge

Hundespielzeuge wie Bälle und Frisbees eignen sich optimal, um Abwechslung in den Hundealltag zu bringen. Vor allem mit Bällen können sich viele Hunde richtig austoben. Vor allem bei quietschenden Bällen sollten Sie jedoch aufpassen, dass der Hund nicht süchtig danach wird. In einigen Fällen wollen die Hunde das Spielzeug nicht mehr hergeben und spielen ununterbrochen mit dem quietschenden Ball. Wenn man den Ball daraufhin versteckt, wird der Hund in Extremfällen für mehrere Tage deprimiert und lustlos.

Leine und Geschirr

Ein Helfer bei der Hunde- und Welpenerziehung, der bei keinem Hundehalter fehlen darf, ist die Hundeleine. In den meisten Fällen ist es sinnvoll, hierzu ein Geschirr zu verwenden. Bei einem Halsband kann es bei häufigem Leinenruck zu Krankheiten wie Kehlkopfentzündungen oder Husten kommen.

Darüber hinaus sollten Sie überlegen, ob eine Ausziehleine sinnvoll ist. Bei der Hundeerziehung ist so eine Leine nicht besonders hilfreich, dafür können Sie mit einer Ausziehleine den Hund mehr Auslauf ermöglichen, ohne die Leine lösen zu müssen. Bei Hunden, die am Anfang unkontrolliert ihrem Jagdinstinkt folgen, sollten Sie über die Anschaffung einer Schleppleine nachdenken.

Futterbeutel und Leckerlies

Um einen Leckerli zu bekommen, macht ein Hund in der Regeln Alles. Daher sind Leckerlies vor allem bei der Welpenerziehung ein extrem effektives Mittel. Um den Welpen auch unterwegs belohnen zu können, ist außerdem ein spezieller Futterbeutel hilfreich.

Auf der anderen Seite sollten Sie jedoch auf keinen Fall ausschließlich auf Leckerlies setzen. Wenn Sie einen Welpen immer im Essen belohnen, so wird er irgendwann nichts mehr tun, solange er kein Leckerli bekommt. Darüber hinaus können zu viele Leckerlis zu Adipositas bei Hunden führen.

Bild von Hund

 

Clicker

Ein sogenannter Clicker ist ein kleines Instrumet, mit dem Klickgeräusche erzeugt werden. Bei der Hundeerziehung kann so ein Gerät in der Hinsicht sinnvoll sein, dass das Tier nicht jedes Mal ausführlich gelobt werden muss. Stattdessen muss nur das Klicken erzeugt werden, um dem Hund zu zeigen, dass er etwas richtig gemacht hat.

Am Anfang der Welpenerziehung weiß der Welpe natürlich noch nicht, dass der Klick eine Belohnung bedeutet. Zunächst muss der Hund also bei einer gut ausgeführten Aktion mit Streicheln, Worten und Leckerlies belohnt werden. Zeitgleich hierzu erfolgt der Klick. Nach ein paar Wochen sollten der Welpe gelernt haben, dass der Klick ein positives Signal ist.

No Gos bei der Erziehung von Hunden

Während es bei vielen Methoden der Hundeerziehung viele Streitigkeiten um die richtigen Erziehungsmethoden gibt und es häufig unmöglich ist, objektiv zu sagen welche Methode die Richtige ist, so gibt es auf der anderen Seite einige absolute „No-Gos“. Dies Erziehungsmethoden sorgen dafür, dass der Hund verwirrt wird und teilweise kann es sogar zu Verletzungen des Tieres kommen. Oft ist Hundebesitzern leider gar nicht bewusst, dass Sie mit diesen Methoden ihrem Haustier schaden.

Falsche Verhaltensweisen des Hundes tolerieren

Einer der wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Hundeerziehung ist die Konsequenz. Daher sollten falsche Verhaltensweisen des Hundes niemals toleriert werden. Ansonsten weiß der Welpe nie, ob er gerade richtig handelt, was zu großer Verwirrung bei dem Tier und zu hoher Frustration beim Herrchen führt.

Den Hund falsch/ nicht unmittelbar belohnen

Ein Hund besitzt nur eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne. Wenn Sie ihren Hund also beispielsweise mit Leckerlies belohnen möchten, so ist es unbedingt notwendig, dass Sie dies unverzüglich (maximal ein paar Sekunden nach einem Erfolg) tun. Ansonsten hat das Tier schon wieder vergessen, wofür es belohnt wird, sodass die Hundeerziehung nicht erfolgreich wird.

Auf der anderen Seite ist es daher auch nie sinnvoll, nachträglich mit dem Hund zu schimpfen. Dies geschieht leider ziemlich häufig bei unerfahrenen Hundebesitzern.

Einen Hund mit Gewalt aufziehen

Die meisten Hundeexperten sind sich einig, dass eine Welpen- und Hundeerziehung mit physischer oder psychischer Gewalt nicht mehr zeitgemäß ist. Erziehungsmittel, wie Stachelhalsbänder sind mittlerweile in Deutschland verboten. Eine Erziehung mit Gewalt kann vielleicht kurzfristig Erfolg bringen, dafür zerstört sie jedoch komplett das aufgebaute Vertrauen des Hundes in sein Herrchen.

Darüber hinaus ist bei der Hundeerziehung von psychischer Gewalt abzuraten, die beispielsweise in Form von lautem Schimpfen ausgeübt wird. Ein entschiedenes „nein“ oder „pfui“ sollte bei der Erziehung eines Hundes vollkommen ausreichend, um dem Tier zu signalisieren, dass es etwas falsch gemacht hat.

Widersprüchliche Hundeerziehung

Bei diesem Unterpunkt spielt wieder die schon erwähnte Konsequenz eine wichtige Rolle. Wenn der Hund eine bestimmt Handlung ausführt, so sollte immer dieselbe Reaktion erfolgen. Hierbei ist beispielsweise das Anspringen ein gutes Beispiel: Oft finden Leute es süß, wenn ein kleiner Welpe sie zur Begrüßung anspringt und streicheln ihn trotz des Fehlverhaltens. Wenn der Welpe dann erwachsen ist und mit dreckigen Pfoten an einem hochspringen möchte, so führt dies in der Regel zu negativen Reaktionen. Es ist also extrem wichtig, dass dem Tier schon von Anfang an beigebracht wird, dass bestimmte Verhaltensweisen nicht erwünscht sind. Ansonsten wird der Hund stark verwirrt.

Vermenschlichung

Ein häufiger Fehler bei der Hundeerziehung ist die Vermenschlichung. Dem Tier werden bestimmte menschliche Eigenschaften wie Sturheit zugeschrieben und das Tier darf es sich auf dem Sofa und im Bett bequem machen. Bis zu einem gewissen Maß ist eine Vermenschlichung eines Hundes normal und akzeptabel. Sobald diese überhand gewinnt, kann es jedoch zu starken Verständnisproblemen zwischen Herrchen und Hund kommen. Ein Hund ist ein wildes Tier, dass zu einem großen Teil seinen Instinkten folgt und das daher auf keinen Fall wie ein gleichwertiges Familienmitglied behandelt werden sollte.

Ungeduldig sein

Es ist ganz normal, dass ein Welpe bei der Welpenerziehung nicht immer direkt alle Dinge versteht, die er machen soll. Dies sollte auf keinen Fall ein Grund zu Ungeduld sein! Jeder Hund macht bei der Erziehung Fehler. Aufgrund von Fehlern auf das Tier wütend zu werden ist also absolut unnötig. Vor allem sehr junge Welpen haben noch eine sehr begrenzte Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit und sollten daher nicht überfordert werden. Wenn etwas Bestimmtes nicht direkt klappt, so kann es gut daran liegen, dass der Welpe seine maximale Aufnahmekapazität erreicht hat. In diesem Fall sollten Sie einfach am nächsten Tag weiter üben.

Hundewelpe zu Stubenreinheit erziehen

Da junge Hunde noch eine sehr kleine Blase besitzen, müssen Sie Ihn in der Welpenzeit etwa alle zwei bis drei Stunden hinausbegleiten, damit er sich entleeren kann. Damit er lernt, sein Geschäft immer draußen zu verrichten, sollten Sie folgende Methoden zur Welpenerziehung anwenden und berücksichtigen:

Frühzeitig anfangen

Um den Welpen stubenrein zu bekommen, sollten Sie direkt nach dem Einzug des neuen Bewohners mit der Welpenerziehung anfangen. Ein häufiger Irrglaube besteht darin, dass dem jungen Hund zunächst eine Schonfrist gewährleistet werden sollte. Dies wäre jedoch ein fataler Fehler!

Wichtig ist zu beachten, dass der Welpe den Blasen- und Darmschließmuskel die ersten drei bis vier Monaten noch nicht vollständig kontrollieren kann. Vor allem, wenn der Hund sich freut oder Angst hat, so kann es häufiger passieren, dass er sich unkontrolliert entleeren muss. Allgemein lässt sich sagen, dass Hunde eine Vorliebe für weiche Untergründe haben. Sie werden also vor allem in der Anfangszeit wahrscheinlich häufiger das Problem bekommen, dass der Welpe sein Geschäft auf dem Teppich erledigt.

Genau das Verhalten beobachten

Normalerweise gibt der Hundewelpe klare Signale, wenn er sich erleichtern möchte. Er fängt an, unruhig zu werden und schnüffelt überall im Haus herum. Wenn Sie dieses Verhalten bemerken, sollten Sie sofort reagieren und den Hund nach Draußen führen.

Bei Erfolg loben/Bei Fehlverhalten hinaustragen

Wenn der Welpe es schafft, draußen sein Geschäft zu erledigen, so sollten ihn umgehend ausgiebig loben. Wenn Sie den Hund bei dem Versuch ertappen, sich in der Wohnung zu entleeren, so sollten Sie ihn mit einem entschiedenen „Nein“ darauf hinweisen, das dieses Verhalten nicht erwünscht ist und ihn umgehend hinaustragen. Mit dem Welpen zu schimpfen oder ihn zu bestrafen ist ein absoluten „No-Go“ und würde sich nur negativ auf die Hundeerziehung auswirken, da der Hund nicht verstehen würde, wofür er bestraft wird. Gleichzeitig verschlechtert es die Beziehung zwischen dem Hund und dem Herrchen und zerstört aufgebautes Vertrauen.

Die wichtigsten Kommandos

Bei der Hunde- und Welpenerziehug gibt es unzählige Kommandos, die Sie ihrem Haustier beibringen können. Die Wichtigsten und am häufigsten Eingesetzen finden Sie in der folgenden Übersicht.

  • Sitz
  • Platz
  • Bleib
  • Komm
  • Aus/Pfui/Nein
  • Hier
  • Fein
  • Fuss

„Sitz“, „Platz“ und „Bleib“

Sitz und Platz gehören zu den ersten Befehlen, die jeder Welpe bei der Welpenerziehung erlernt. Vor allem „Sitz“ in Kombination mit „Bleib“ ist ein ein sehr wichtiger Befehl, der in Extremsituationen das Leben des Hundes retten kann. Wenn der Hund beispielsweise ein Kaninchen sieht, das sich auf der anderen Straßenseite befindet und dieses instinktiv jagen möchte, so ist es unabdingbar, dass Sie in der Lage sind den Hund zum bleiben aufzufordern, da er sich ansonsten in Lebensgefahr begibt.

„Sitz“

Um dem Hund den Sitzbefehl beizubringen, können Sie mit Futter arbeiten. Wenn Sie ein Leckerli in der Hand halten können Sie dafür sorgen, dass das Tier die Hand mit der Schnauze verfolgt. Wenn Sie nun die Hand mit dem Futter etwas über dem Kopf des Welpen platzieren, so wird er gezwungen sein, sich zu setzen. Daraufhin belohnen Sie ihn umgehend mit dem Futter. Am Anfang wird es häufiger vorkommen, dass der Welpe nach dem Futter schnappt. In diesem Fall sollten Sie die Hand zunächst vollkommen zurückziehen.

Ein gut gelungenes Video, indem sehr verständlich erklärt wird, wie der Hund den Sitzbefehl erlernen kann, finden Sie hier:

„Platz“

Den Platzbefehl erlernt der Welpe bei der Welpenerziehung, indem das Leckerli auf dem Boden platziert wird. Dieses erhält der Welpe nur, wenn er sich vollständig auf den Boden legt.

„Bleib“

Bei dem „Bleib“-Befehl sollte der Hund an der gewählten Stelle blieben, bis Sie ihm die Erlaubnis geben, weiterzulaufen. Wichtig ist hier vor allem, dass er auch warten muss, wenn das Herrchen weggeht.

Dieses Kommando erfordert etwas mehr Geduld und sollte regelmäßig geübt werden, um es zu festigen.

Wie lange und wie oft sollte man seinen Hund trainieren?

Die Dauer des Hundetrainings ist natürlich sehr individuell. Sie hängt von einer großen Fülle von Faktoren ab. Hierzu zählen zum Beispiel:

  1. Das Alter des Hundes
  2. Die Rasse
  3. Die allgemeine Verfassung des Tieres
  4. Die Charaktereigenschaften des Hundes usw.

Vor allem bei der Welpenerziehung sollten Sie es zunächst nicht übertreiben. Ein Welpe ist sehr lernfähig, dafür wird er jedoch deutlich schneller müde, als ein ausgewachsener Hund. Optimal ist es, wenn Sie es schaffen, jeden Tag ein Bisschen zu trainieren. Bei einem jungen Hund können schon etwa fünf Minuten pro Tag ausreichen. Diese Zeit kann dann langsam gesteigert werden.

Das Hundetraining sollte immer dann stattfinden, wenn der Hund fit ist. Eine Trainingseinheit direkt nach dem Essen oder noch spät abends ist daher in der Regel nicht sinnvoll.

Bei Erwachsenen Hunden können Sie das Tier meistens auch mal eine Stunde oder länger trainieren. Hierbei ist es jedoch unabdingbar, dass regelmäßig Pausen eingelegt werden, in denen der Hund herumtoben und sich von der Anstrengung erholen kann.

Die richtige Hundeschule finden

Da vielen frischgebackenen Hundebesitzern am Anfang die Zeit und das nötige Wissen fehlen, um die Hundeerziehung komplett alleine in die Hund zu nehmen, nutzen viele die Dienste einer Hundeschule. Hundeschulen werden in Deutschland nicht staatlich geprüft. Daher sollten Sie sich vorher umfassend informieren, wo Sie eine wirklich professionelle Schule finden können!

Um eine passenden Hundeschule zu finden, sollten Sie sich zunächst die in-Frage-kommenden Schulen ansehen. Bei den meisten Hundeschule ist es möglich, einmalig beim Training zuzusehen, um sich einen passenden Eindruck zu verschaffen. Häufig ist außerdem ein Probetraining möglich.

Ab wann sollte ich meinen Hund in den Hundesschule geben?

Heutzutage gehen die meisten Hundeexperten davon aus, dass Sie einen Welpen ab der 13ten Lebenswoche in so einer Schule abgeben können. Falls Sie gezwungen sind, ihren Welpen schon vorher abzugeben, so ist es sehr wichtig, dass das Tier in eine möglichst kleine Gruppe kommt, in der sich die Tiere untereinander gut verstehen und es nicht zur Anwendung von Gewalt kommt. Gerade junge Welpen sind sehr empfindlich und sollte es zu Zwischenfällen kommen, so kann dies den Hund lebenslang traumatisieren.

Woran erkenne ich eine gute Hundeschule für die Hundeerziehung?

Damit Sie im Voraus erfahren können, ob es sich um eine seriöse Hundeschule handelt, ist es sinnvoll, die Hundeschule zunächst ohne Tier zu besuchen. Dort beobachten Sie dann sehr genau, wie mit den Hunden umgegangen wird und wie sie auf die Hundetrainer reagieren. Hierbei sollten Sie vor allem auf die Körpersprache der Hunde achten: Wirken die Tiere glücklich und unbeschwert? Oder eher verängstigt?

Darüber hinaus können Sie in dieser Situation den Kontakt aktuellen Kunden der Hundeschule suchen und deren Meinung einholen.

Einen guten und kompetenten Hundetrainer erkennen Sie an folgenden Punkten:

  1. Individuelle Lösungen: Ein guter Hundetrainer geht individuell auf jeden Hund ein. Er berücksichtigt das Alter, die Rasse und den Charakter des Tieres.
  2. Fachwissen und Verständnis der Verhaltensweisen: Weiterhin sollte ein guter Hundetrainer sich intensiv mit unterschiedlichen Hundeerziehungsmethoden auseinandergesetzt haben und generell ein großes Wissen über Hunde im allgemeinen besitzen.
  3. Selbstkritisch und lernbereit: Da die Hundeerziehung ein sehr komplexes Thema ist und immer wieder neue Erkenntnisse gewonnen werden, sollte ein Hundetrainer seine Trainingsmethoden immer wieder hinterfragen und bereit  sein, sein Trainingsmethoden bei neuen Erkenntnissen zu überdenken.

Insgesamt lässt sich sagen, dass auch das Bauchgefühl eine entscheidende Rolle spielt. Wenn Sie nach dem Besuch einer Hundeschule ein schlechtes Bauchgefühl haben, ohne den genauen Grund zu kennen, dann ist diese Schule wahrscheinlich nicht die Richtige für Sie.

Tipps für die Hundeerziehung in der Großstadt

Ein Hund sollte normalerweise nicht in einer Stadt mit einer hohen Bevölkerungsdichte, viel Lärm und wenig Grün leben. Durch diese Faktoren wird die Lebensqualität eines Hundes stark eingeschränkt. Außerdem werden Sie persönlich mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich häufiger mit Menschen in Kontakt kommen, die keine Hunde mögen und Sie womöglich sogar beschimpfen.

Wenn Sie trotz dieser Faktoren mit einem Hund in einer Großstadt zusammenleben wollen, dann ist eine sehr strenge und effektive Hundeerziehung notwendig. Durch die vielen Einflüsse und auch Gefahren in einer Großstadt ist es unabdinglich, dass Ihr Haustier aufs Wort hört und sofort die gegebenen Befehle annimmt.

Damit der Hund nicht nur die künstliche Umgebung einer Stadt erfährt, ist es ratsam, regelmäßig mit dem Tier ins Grüne zu fahren. Dies sorgt für Abwechslung und einen glücklicheren Hund.

Darüber hinaus ist es in Städten natürlich umso wichtiger, dass Sie immer umgehend das Geschäft des Hundes entfernen. Hierfür gibt es zahlreiche Automaten für Plastiktüten. Für den Fall, dass gerade kein Automat in der Nähe ist, sollten Sie außerdem immer selbst eine Tüte mitnehmen.

Spezialausbildung für Hunde

Neben der Hundeerziehung für den Alltag gibt es zahlreiche Spezialdisziplinen, in denen Sie Ihr Haustier trainieren können. Hierbei spielt neben der Rasse vor allem das individuelle Talent des Tieres eine entscheidende Rolle dabei, wie erfolgreich der Welpe in der jeweiligen Disziplin wird. Folgende Disziplinen werden einem Hund besonders häufig beigebracht:

  1. Ausbildung als Hütehund
  2. Erziehung zum Schutzhund
  3. Ausbildung zum Lesen von speziellen Fährten
  4. Therapiehunde

 

Ausbildung zum Hütehund

Hütehunde sind vor allem für Schäfer unverzichtbar. Sie treiben die Schafe zusammen und auseinander, damit die Herde die Wege des Schäfers gehen kann. Nach einiger Zeit können viele Hütehunde vollkommen selbständig arbeiten. Die wohl bekannteste und am besten für das Hüten geeignete Rasse ist der Border Collie. Wenn das Tier ein gewisses Maß an Talent besitzt, dann sind jedoch auch zahlreiche weitere Rassen wie zum Beispiel der Australien Shepard für das Hüten geeignet.

Schutzhund

Diese Art von Hund wird speziell dafür trainiert, einen Menschen im Ernstfall zu schützen und einen Angreifer gewaltsam abzuwehren. Der häufigste Einsatz von Schutzhunden erfolgt beim Militär und der Polizei. Die bekanntesten Rassen, die sich für eine Ausbildung zum Schutzhund eigenen sind der deutsche Schäferhund, der Rottweiler und der Dobermann.

Die Hundeerziehung bzw. Welpenerziehung für Schutzhunde ist in Deutschland stark umstritten. Die Erziehung erfolgt teilweise gewaltsam und oft zeigen Schutzhunde Verhaltensauffälligkeiten, wie die Aggressivität gegenüber anderen Hunden. Bei den aus den Medien bekannten Fällen, bei denen Passanten von fremden Hunden gebissen wurden, ist wahrscheinlich häufig eine falsche und unprofessionelle Ausbildung als Schutzhund von Privatpersonen die Ursache.

Fährtenhund

Beim Fährtenhund sind vor allem eine gute Nase und eine Leidenschaft zum Herumschnüffeln hilfreich. Das Tier wird dafür trainiert, dass es einem bestimmten Geruch folgt. Hierbei gibt es zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Es gibt beispielsweise Hunde, die speziell dafür geschult werden, um verlorenes Geld zu finden. Darüber hinaus können Fährtenhunde sogar zu Lebensrettern werden, wenn Sie für die Suche nach verschollenen Menschen eingesetzt werden.

Therapiehund

Sehr liebevolle Hunde können als sogenannte Therapiehunde eingesetzt werden. Sie sorgen dafür, dass psychisch oder physisch beeinträchtigte Menschen sich besser fühlen. Einige Studien weisen darauf hin, dass Therapiehunde für eine Senkung des Blutdruckes sorgen können.

Welpe an die Leine gewöhnen

Am Anfang der Welpenerziehung muss der Hund zunächst langsam an die Leine gewöhnt werden. Die Leine ist für einen Welpen etwas komplett Neues, das Unwohlsein und Angst auslösen kann. Daher sollten Sie den Welpen am Anfang in die Nähe der Leine bringen, ohne dass er diese direkt anlegen muss. In dem unten gezeigten Video sehen Sie außerdem, dass es sinnvoll sein kann, den Welpen zur Gewöhnung an die Leine zunächst mit dieser zu streicheln. Hierbei müssen Sie jedoch entschieden dafür sorgen, dass der Hundewelpe nicht in die Leine beißt, da er dies ansonsten auch als erwachsener Hund tun wird.

Weiterhin sollten Sie bei der Welpenerziehung darauf achten, dass der Hund immer freiwillig zur Leine kommt und erst dann angeleint wird. Ansonsten kann es passieren, dass der Welpe Angst bekommt, wenn er einmal eine schlechte Erfahrung mit der Leine gemacht hat und sich daraufhin nur noch sehr ungerne anleinen lässt.

Was soll ich tun, wenn der Welpe einfach stehen bleibt?

Wenn Sie bei der Welpenerziehung versuchen, den Hund an die Leine zu gewöhnen, kann es anfangs passieren, dass der Welpe einfach stehen bleibt und sich nicht mehr bewegt. Damit er versteht, dass Sie von ihm erwarten, dass er mit Ihnen geht, ist vor allem der Einsatz von Leckerlis hilfreich. Immer, wenn der Welpe aufgrund des Futters in Ihrer Hand mit Ihnen mitgeht, sollten Sie ihn umgehend belohnen.

Ein sehr schön gemachtes Video zu dem Thema finden Sie hier:

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