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Wie zeige ich meinem Hund, dass ich der Rudelführer bin?

Wie zeige ich meinem Hund, dass ich der Rudelführer bin?

Jeder kennt den einen oder anderen Hund, der an der Leine ständig kläfft. Der zu Hause auf der Couch sitzt oder liegt und diesen Platz kläffend und beißend verteidigt. Er lässt sich nicht bürsten und jeder Besucher erstarrt im Türrahmen, aus Angst vor den Zähnen des kleinen Tyrannen.

Der niedliche Welpe entwickelt sich ohne Erziehung zu einem nicht zu bändigenden Tyrannen. Schuld trägt an dem Verhalten der Besitzer.

Die Grundlagen des sozialen Verhaltens in einem Hunderudel lernen sie im Welpen Alter, durch Geschwister und Mutter. Für ihr Verhalten in unserer menschlichen Welt und in unseren menschlichen Familien sind wir Hundefreunde verantwortlich. Wir stehen in der Verantwortung sie zu erziehen, zu sozialisieren und in unsere Welt einzuführen.

Rudelführer und Dominanz in der Hundeerziehung

Warum ist es wichtig, die Rolle des Rudelführers zu übernehmen?

Wie in den Beispielen beschrieben übernehmen die einst süßen Welpen im Junghundealter und ausgewachsen schnell den höchsten Rang. Bei Menschen ohne feste Grenzen oder Regeln aufgewachsen, geben sie ihren natürlichen Trieben nach und erziehen sich selber.

Unkontrollierbar übernehmen sie das Regime in der Familie. Sie kontrollieren Bett, Couch, Haus und die Menschen, die mit ihnen leben.

Hunde leben in freier Natur in hierarchisch aufgebauten Rudeln. An der Spitze stehen der/die Rudelführer/Leithund/e und darunter verteilen sich die weiteren Ränge.

Welpen lernen früh die sozialen Strukturen der Hundefamilie kennen. Raufend, zankend und jagend lernen sie den höheren Rang des Bruders und/oder der Mutter zu akzeptieren und zu respektieren.

Beim Leben in einer menschlichen Familie muss der Hundeführer dem Hund die Regeln der Menschenwelt beibringen. Ohne diese Regeln und Grenzen wächst der Hund unkontrolliert heran. Er drückt dem Hundeführer und dessen Familie die Regeln und Grenzen eines Hunderudels auf.

Umgang mit überdrehtem Hund

Wie erlange ich in den Augen meines Hundes den Rang des Rudelführers?

Genau genommen ergibt sich dieser Rang für den Hundeführer durch die Nähe und Arbeit zu und mit dem Hund. Der Welpe orientiert sich automatisch an dem Menschen, der sich mit ihm beschäftigt und ihn mit Liebe und Geduld anleitet.

Der Hund lernt auf diese Weise von seinem Hundeführer wie er sich verhalten muss, was er darf und nicht.

Aus Sicht des Hundes muss ein guter Rudelführer beispielsweise:

  • Grenzen aufzeigen (der Rudelführer beginnt und beendet ein Spiel)

  • Regeln aufstellen und auf Einhaltung derselben bestehen

  • das Rudel/die Familie schützen

  • das Rudel/die Familie führen und leiten

  • das Wohl des Rudels/der Familie an erste Stelle stellen.

Das Erziehen durch Spiele kommt seinem natürlichen Verhalten nahe und erleichtert ihm das Akzeptieren seines Menschen als Rudelführer.

Wie sieht der Hund das menschliche Rudel?

Hierzu stellen wir uns eine Familie vor, Vater, Mutter, Kind und Hund. Der Vater geht arbeiten, bringt Geld/Essen nach Hause und kümmert sich um den Hund. Die Mutter versorgt das Kind und den Hund.

Aus dieser Sicht gesehen bilden wir für den Hund den Familienverband/das Rudel, dem er angehören will.

Die Frau führt den Haushalt und kümmert sich um die Grundbedürfnisse des Hundes. Sie geht mit ihm Gassi, setzt ihm die eine oder andere Grenze und gibt die Hausregeln vor.

Der Mann kommt von der Arbeit, geht mit dem Hund spazieren und lehrt ihn Kommandos. Er setzt ihm draußen wie drinnen Grenzen und lehrt ihn die vom Hund einzuhaltenden Regeln.

Das Kind spielt und kuschelt mit dem Hund.

Aus Sicht des Hundes stellen der Mann und die Frau die Leittiere dar, an denen er sich orientiert. Das Kind sieht er auf Höhe seines Ranges oder darunter, was zu Problemen führen kann.

Wie zeige ich dem Hund, dass ich der Rudelführer bin?

Ein Hunderudel besteht nicht ausschließlich aus einer Hierarchie. Vielmehr basiert ein gut zusammen arbeitendes Rudel auf Vertrauen, familiärer Bindung, Konsequenz und gegenseitigem Respekt.

Erster Schritt:

Der erste Schritt besteht darin sich mit dem Hund zu beschäftigen. Spiele und das Erlernen seines Namens spielen eine wichtige Rolle beim Aufbau von Vertrauen und Bindung.

  • Wurfspiele, Zerrspiele, die der Hundeführer beginnt und stets mit einem festgelegten Kommando beendet, zeigen dem Hund die Zuverlässigkeit seines Hundeführers.

  • Welpen folgen ihren Menschen ohne Leine, da ihr Instinkt ihnen sagt, dass sie ohne diesen Menschen nicht überleben. Ruft dieser Mensch den Namen, während er sich von dem Hund entfernt, rennt dieser direkt auf den Menschen zu. Ein Lob, ein Streicheln bestätigen das Herankommen des Hundes. Tägliches Üben fördert das Vertrauen und bindet die beiden stärker aneinander.

  • In einer gefährlichen/kritischen Situation kann der Hundeführer sich schützend vor den Hund stellen, ihn anleinen und beruhigen. Speziell in Situationen wie einem nahenden Fahrrad oder einem Jäger mit Gewehr reagieren viele Hunde verunsichert. Entschärft der Hundeführer die Situation und begegnet der Gefahr ruhig, konzentriert und souverän, beruhigt sich der Hund.

  • Ein anderer Hund kann einem Welpen Angst einjagen, ebenso ein dunkler Weg oder eine flackernde Straßenlaterne. Führt der Hundeführer den Hund angeleint an dem Unheimlichen vorbei, stärkt dies das Vertrauen des Hundes in den Hundeführer.

  • Streicheln und Anfassen des Hundes am Kopf, den Ohren, Füßen und/oder Halses erleichtern spätere Tierarztbesuche.

  • Das Öffnen des Mauls mit der Hand, das Schauen und/oder das Reinigen der Ohren kann das Vertrauen zusätzlich stärken.

Nicht Kraft oder Stärke führen zu einem guten Hundeführer, sondern Kompetenz und Verlässlichkeit. Positives bestärken durch Streicheln, Lob und/oder Leckerchen nach erfolgreichem Üben oder ruhig gemeisterter Situation, verbessern die Kommunikation.

Konsequenz, Kompetenz und Dominanz

Im ersten Moment erscheint die Dominanz des Hundeführers offensichtlich, da er den Welpen weit in der Höhe überragt. Dem Hund die Dominanz des Hundeführers zu beweisen, ist eine andere Geschichte. Dies erfordert, dass der Hundeführer sie mit Konsequenz darstellt und der Hund sich unterordnet.

Damit der Hund die Dominanz des Hundeführers akzeptiert, kann dieser beispielsweise grundsätzlich Türen zuerst durchschreiten, vor dem Hund. Unerheblich ob der Hundeführer den Wohnraum mit dem Hund verlässt oder betritt. Er geht in jedem Fall zuerst durch die Tür, also vor dem Hund. Mit dieser Übung beweist der Hundeführer Dominanz und Konsequenz.

Er kann sie beweisen, indem sich der Hund jedes Mal am Straßenrand setzen muss. Beim Befehl „Sitz“ ist es unerheblich, ob ein Auto/ein Fahrrad vorbeifährt oder nicht.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin den Hund auf einem Weg oder beim Durchqueren einer Durchfahrt hinter sich gehen zu lassen. Währenddessen hält er die Leine in der linken Hand. Der Hund muss auf diese Weise links hinter dem Hundeführer herlaufen. Die rechte Seite bietet damit für entgegenkommende Personen mehr Platz und gleichzeitig dem Hund Schutz.

Gegenseitiger Respekt

Früher galt die Meinung, den Hund, beim Fressen zu stören, führe zwangsläufig zu Bissen. Heute gilt die Auffassung, dass der Hund sich jederzeit vom Hundeführer das Fressen wegnehmen lassen muss.

Die Frage des Respekts vom Hund zum Hundeführer und umgekehrt hängt nicht am Fressen selber. Vielmehr stellt sich die Frage, wer dem Hund das Fressen gab.

Gibt der Hundeführer dem Hund das Fressen, zollt er ihm Respekt, wenn er das Tier in Ruhe fressen lässt.

Erhält der Hund von einer fremden Person Futter/Leckerchen, muss der Hund zulassen, dass der Hundeführer ihm dies ab nimmt. Hierbei muss der Hund dem Hundeführer Respekt zollen und sich das Futter ohne Knurren abnehmen lassen.

Vom Grundsatz her muss sich kein Hund von fremden Personen anfassen lassen. Beim Anfassen durch den Hundeführer darf er nicht knurren oder seinen Unmut kundtun.

Woran erkenne ich, dass mein Hund mich als Rudelführer akzeptiert?

Erkennt der Hund den Hundefreund als Rudelführer an, zeigt er dies, indem er:

  • in unklaren Situationen den Rudelführer ansieht und auf diese Weise nach einem Kommando, einer Aktion fragt.

  • dem Hundeführer bedingungslos überall hin folgt.

  • gegebene Kommandos nicht anzweifelt, sondern ausführt.

  • darauf achtet, seinen Menschen nicht aus den Augen zu verlieren.

  • seinen Kopf an dem Hundeführer reibt und ihm sprichwörtlich jeden Wunsch, anhand der Körpersprache, zu erfüllen versucht.

  • seinem Hundeführer bedingungslos vertraut.

Fazit – Der menschliche Rudelführer, Freund und Vertrauter des Hundes

Sich zum Rudelführer aufzuschwingen beginnt mit dem Aufnehmen des Hundes in die Familie. Von diesem Zeitpunkt an wartet viel Arbeit auf den Hundefreund.

Er muss das Vertrauen des Hundes, seinen Respekt und seine Anerkennung erringen. Des Weiteren muss er eine Verbindung zum Hund herstellen, ein Band, durch das er ihn Regeln lehrt und Grenzen setzt.

Die Umwelt erwartet von Hund und Hundeführer einen gut erzogenen Hund, der sich unterordnet und keinen Ärger macht.

Im Laufe der letzten 100 Jahre änderte sich der Hundeerziehungs-Stil. Er ging von, in Gefangenschaft gehaltenen Wölfen und ihrem Verhalten aus. Der heutige legt das Verhalten frei lebender Wolfsrudel zugrunde. Dies führt zu einer Hundeerziehung, die ohne Gewalt auskommt und Rücksicht auf die natürlichen Verhaltensweisen nimmt.

Heute gilt es die natürlichen Bedürfnisse, Verhaltensweisen und Eigenschaften der Hunde zu nutzen und zu fördern. Die heutige Erziehung des Hundes baut auf Vertrauen und die starke Bindung zum Hundeführer auf.

Der Vorteil dieses Erziehungsstils liegt darin, dass der Rudelführer nicht mehr den allmächtigen Herrscher darstellt. Spaß, Freude, Liebe und Vertrauen nehmen den Platz von Kraft und Gewalt ein. Er macht aus dem Tyrannen und dem Unterdrückten Freunde, die sich vertrauen und die aufeinander bauen.

Aufgrund des Vertrauens, das der Hund dem Hundeführer/Rudelführer entgegenbringt, verlässt er sich auf ihn. Er folgt ihm auf allen Wegen und führt aus, was er von ihm verlangt. Ohne Angst und mit gesundem Selbstvertrauen nimmt der Hund seine Umwelt und den Rudelführer wahr.
Eine solide Hundeausbildung, zahlt sich durch einen Hund aus, der seinem Rudelführer/Hundeführer Treue, Loyalität und Gehorsam bis zum Tod entgegenbringt. Arbeit, Zeit, Geduld, Konsequenz und Liebe stellen die Grundlage dar, auf der alles aufbaut.

Anhand dieser Grundlage lernt der Hund sich dem Hundeführer unterzuordnen und den Rang, in dessen Familie mit Freude anzunehmen. Hund, Rudelführer und Familie bilden eine Einheit, ein Rudel, das es zu schützen gilt. Für ihn gibt es in diesem Fall kein höheres Gut, als seinen Rudelführer und seine Familie.

In unserer Gesellschaft muss ein guter Hundeführer/Rudelführer Verantwortung übernehmen für den Hund und für die Sicherheit seiner Umwelt. Es reicht nicht, den Ansprüchen des Hundes zu genügen, sondern er muss ebenso den Vorschriften und Gesetzen Rechnung tragen.

Ratgeber vorlesen lassen:

Wie zeige ich meinem Hund, dass ich der Rudelführer bin?


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