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Mein Hund bleibt beim Gassi gehen stehen und geht nicht weiter – was kann ich dagegen tun?

Hund bleibt beim Gassi gehen stehen und geht nicht weiter
Warum bleibt mein Hund beim Gassigehen stehen und geht nicht weiter?

Während des Spaziergangs kann es vorkommen, dass der Hund nicht weitergehen will. Er bleibt stehen oder setzt sich hin. Weder ihn zu rufen, noch zu locken, bewegen ihn zum Weiterzugehen oder Überqueren der Brücke.

Der Hundeführer kann in einem solchen Fall versuchen den Hund zu beruhigen oder einen anderen Weg einschlagen. Drängen ihn Termine den Weg weiterzugehen erscheint guter Rat teuer. Einen kleinen Hund kann der Hundebesitzer schnell auf den Arm nehmen. Bei einem großen Hund kostet es zu viel Kraft und lässt sich meist schlecht bewerkstelligen.

Die Aussagen, der Hund muss gehorchen oder der Versuch ihn mit Gewalt zum Weitergehen zu zwingen gehören veralteten Vorstellungen an. Sie zerstören zudem das Verhältnis des Hundes zum Hundeführer, was die vorgenannte Situation verschlimmert.

Als besserer Weg erweist sich das Herausfinden der Gründe und ein speziell auf den Hund und seine Probleme ausgerichtetes Training.

Warum bleibt der Hund stehen und weigert sich den Weg fortzusetzen?

Grunde, warum ein Welpe beim Gassigehen ständig stehen bleibt

Jeder Hund verfügt über einen eigenen Charakter und eine eigene Wahrnehmung.

Aus diesem Grunde ist es nicht verwunderlich, das speziell:

  • sensible Hunde

    stark auf ihre Umgebung reagieren. Sie nehmen ihre Umgebung intensiver wahr und reagieren in vielen Fällen auf Geräusche oder Gerüche mit dem Weigern weiterzugehen.

  • ängstliche Hunde

    sich weigern eine Brücke zu überqueren oder eine dunkle Gasse zu durchschreiten. Sie fürchten sich vor allem, was sie nicht kennen und/oder ihnen den Eindruck des Unheimlichen vermittelt.

  • Hunde mit nicht gefestigter Bindung zu ihrem Hundeführer und Welpen
    ihrem Hundeführer nicht ausreichend vertrauen und neue, vielleicht dunkle Wege oder

  • sich bewegende Büsche und unbekannte Geräusche, sie ängstigen.

  • dominante Hunde, die ihren Hundeführer nicht in vollem Umfang anerkennen

gegen Befehle rebellieren und sich vom Hundeführer nicht locken lassen. Ihnen ist der eigene Wille wichtiger als der Rudelführer, der sie, in ihren Augen nicht führen kann.

Wer meint, nur diese Hundetypen bleiben stehen und weigern sich weiterzugehen der irrt. In bestimmten Situation und/oder bei Schmerzen kann diese Situation ebenso mit einem gut ausgebildeten Hund eintreten. Einem Hund, der seinem Hundeführer vertraut und ihm im Normalfall überall hin folgt.

Zu diesen besonderen Situationen gehören beispielsweise:

Das Wittern von Gefahr:

Erkennt der Hundeführer, dass der Hund eine Gefahr wittert wie beispielsweise:

  • einen Ast, der droht den Hundeführer zu verletzen,
  • einen fremden Menschen, der sich ihnen aus der Dunkelheit nähert oder,
  • dunkle Schatten, die sich nicht erklären lassen,

kann es besser sein, dem Hund zu vertrauen und einen anderen Weg einzuschlagen.

Schmerzen und/oder eine vorliegende, noch nicht erkannte Krankheit.

Hierbei muss ein Tierarzt einen Blick auf den Hund werfen und dem Tier helfen.

Schlechte Erfahrungen

Die Erinnerung an eine schlechte Erfahrung aus früherer Zeit, die sich beim Zusammentreffen bestimmter Konstellationen von Ereignissen Bahn bricht und den Hund verschreckt.

In dieser Situation kann es sich, als hilfreich erweisen den Weg mit dem Hund schrittweise zu erkunden. Er geht den Weg bis zum Stopp, dreht um und versucht beim nächsten Versuch einen Schritt weiterzugehen. Nach und nach lernt der Hund, dass er sich nicht mehr fürchten muss und lässt sich durch den Weg führen.

Unbekannte Geräusche

Ein unerwarteter, lauter Knall oder hoher, anhaltender Ton, der ihn erschreckt kann ein weiterer Grund dafür sein, wenn der Hund beim Gassi gehen plötzlich stehen bleibt.

Dieser Umstand lässt sich in vielen Fällen nicht wiederholen und der Hund geht nach dem ersten Schreck weiter. Nimmt der Hundeführer das Geräusch als kurzen Schreck an und geht weiter, folgt ihm der Hund problemlos.

Wie kann ich meinem Hund helfen?

Mein Hund bleibt beim Gassigehen einfach stehen (Ratgebervideo)

Liegen keine Schmerzen oder Krankheiten vor, muss der Hundeführer sich mit den übrigen Gründen auseinandersetzen und diese zerstreuen.

  • Handelt es sich um einen ängstlichen und/oder sensiblen Hund, kann er versuchen das Selbstvertrauen des Hundes zu stärken. Spiele, die dem Tier Erfolgserlebnisse bescheren erweisen sich dabei als gute Möglichkeit.

  • Er kann den Hund während des Spaziergangs auf diesem Weg ablenken, indem er den Hund immer wieder zu Blickkontakt auffordert, beispielsweise mit einem Leckerchen oder einem Spielzeug.

  • Gemeinsames Spielen und das Üben, Befehle auszuführen, stärkt die Bindung zwischen Hund und Hundeführer, dies gilt vor allen Dingen für verunsicherte Hunde, Junghunde und Welpen.

Bei dominanten Hunden, die den Hundeführer hinter sich herziehen oder sich weigern ihm zu folgen, gelten andere Regeln. Sie erkennen den Hundeführer nicht als vollwertigen Rudelführer an und versuchen ihren Rang innerhalb des Rudels/der Familie zu erhöhen.

Sie benötigen Zuwendung auf der Ebene von Arbeit und Gehorsam. Dies widerspricht nicht dem Grundsatz des gewaltfreien Erziehens, sondern sorgt für ein Verändern der Beziehung zwischen Hundeführer und Hund.

Der Hund muss lernen, dem Hundeführer als Rudelführer zu vertrauen. Unterordnungsübungen verlangen vom Hund, dass er die Übung korrekt ausführt. Vom Hundeführer verlangen sie, dass dieser den Hund für das korrekte Ausführen direkt und punktgenau belohnt.

Der Hundeführer muss seinem Hund verdeutlichen, dass er das Rudel beschützen und führen kann. Er aber im Gegenzug von dem Hund Vertrauen und Gehorsam erwartet. Das Lob und die Belohnung nach korrekt ausgeführtem Befehl stellen dementsprechend einen extra Bonus dar. Sie gelten, als zusätzlichen Anreiz für den Hund seine Aufgabe ordentlich zu erledigen.

Wie kann ich meinem Hund beibringen, auf Befehl weiterzugehen?

Die Ausbildung eines Hundes lässt sich nach dem Erlernen der Grundbefehle in verschiedene Richtungen erweitern.

Der erweiterte Befehl zum Weitergehen, kann beispielsweise „Voran“ oder „Weiter“ lauten. Er kann den gesprochenen Befehl mit einer Handbewegung nach vorn unterstützen und dem Hund zeigen, was er von ihm will.

Damit der Hund auf ihn zuläuft, kann er den Befehl „Komm“ aus der Unterordnung, in ein schärferes „Hierher“ ändern. Er kann ihm durch langsames Heranziehen der Leine zusätzlich zeigen, was er von ihm erwartet. Eine höhere, freundliche Stimme erleichtert dem Hund das Folgeleisten.

Diese Befehle muss der Hundeführer mit dem Hund in verschiedenen Situationen und auf unterschiedlichen Wegen trainieren.

Kurze Trainingseinheiten, die mit einem Erfolgserlebnis für den Hund enden, bewähren sich schneller als zu lange Übungszeiten. Besser mehrmals täglich üben als zu lange an einem Stück.

Ähnlich den Unterordnungsübungen erfolgt auf korrektes Ausführen ein Lob und/oder ein Leckerchen. Dieses Erweitern in der Ausbildung stärkt die Position des Hundeführers als Rudelführer und die Bindung der beiden zueinander.

Beitrag vorlesen lassen:

Hund bleibt beim Gassi gehen einfach stehen und geht nicht weiter (Audioversion)

Fazit – Gassigehen ohne Widerstand

Wer seinen Hund erfolgreich führen will, braucht Geduld und Ausdauer. Er muss seinem Hund nicht nur beibringen Befehlen zu gehorchen, sondern erkennen, wann der Hund den Befehl berechtigt missachtet.

Er muss erkennen, ob es seinem Tier gut geht oder der Hund leidet. Ein aufmerksamer Hundeführer kann unterscheiden, wann er seine Führungsrolle unter Beweis stellen muss und wann er zurückrudern kann oder sollte.

Mit dem erweiterten Unterordnungstraining bietet er dem Hund mehr Freiheit und stärkt seine eigene Position als Rudelführer

Verängstigte Hunde und Hunde die beispielsweise aus einem Tierheim kommen oder sich artfremd verhalten, benötigen in vielen Fällen professionelle Hilfe. Vor allen Dingen benötigen sie einen Hundeführer, der ihre Angst erkennt und ihnen hilft mehr Selbstvertrauen aufzubauen.

Einen Hund erfolgreich zu führen und ein gutes Hunde-Mensch-Team zu bilden bedarf viel Zeit, Geduld und Arbeit.

Nach Hundeverständnis besteht ein guter Rudelführer darin Regeln aufzustellen, das Vorgehen zu koordinieren und Gehorsam durchzusetzen.
Der Gehorsam des Hundes und sein Vertrauen stehen und fallen mit der Qualität des Menschen, der ihn führt. Eine starke Bindung zueinander und eine geduldige Unterordnung stellen die halbe Miete eines erfolgreichen Hunde-Mensch-Teams.

Es ist keine Unart, wenn der Hund nicht weitergeht, sondern es steckt in jedem Fall ein Grund dahinter. Diesen Grund erkennen und mit dem Hund an diesem Problem arbeiten gehört zu den Aufgaben des Hundeführers. Mit Umsicht, Geduld und Training kann er dem Grund begegnen. Das gemeinsame Arbeiten an dem Problem zahlt sich am Ende für beide aus.


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