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Hund Pfoten lecken abgewöhnen – Tipps und die 6 häufigsten Gründe [+Videos]

Warum leckt der Hund ständig an den Pfoten und wie kann ich ihm helfen?

hund lecken abgewöhnen

Hund lecken abgewöhnen

Jeder Hund leckt an seinen Pfoten. In vielen Fällen reinigt der Hund so seine Füße und Fußballen. Leckt er dagegen ständig daran und steigert sich regelrecht in dieses Lecken hinein, ist die Ursache zu suchen und abzustellen.

Stetiges Belecken der Pfoten deutet häufig auf Schmerzen, Depressionen und/oder andere Probleme hin. Das Lecken an den Pfoten, bis hinauf zu den Knien löst beim Hund Wohlgefühle aus. Sein Körper schüttet dadurch Hormone aus, die ihn glücklich machen. Ähnlich eines süchtigen Menschen versucht er dieses Wohlgefühl immer wieder hervorzurufen.

Was als einfache Reinigung der Pfoten beginnt, kann unter gewissen Umständen zu einem schwerwiegenden Problem heranreifen. Der Hundebesitzer kann seinem Hund nur helfen, wenn er die Ursachen des Problems kennt und diese gezielt behandelt. Das Hinzuziehen eines Tierarztes, Tierheilpraktikers und/oder Tierpsychologen erweist sich in vielen Fällen als unerlässlich.

 

Wichtig zu beachten!

Haftungsausschluss für medizinische Themen:

Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens! Die Autoren von Welpenerziehung-hundeerziehung.de übernehmen keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.

Warum leckt mein Hund an den Pfoten?

Normalerweise leckt sich der Hund die Pfoten beispielsweise, weil:

  • sich zwischen den Ballen Schmutz befindet (kleine Steine, Sand, Granulat, Salz),
  • die Pfoten nass sind,
  • sich zwischen den Ballen Verfilzungen des Fells befinden.

Als auffällige, körperliche Probleme der Pfoten kommen folgende in Betracht:

  • Pilzinfekte: Ein Pilzinfekt zeigt sich beispielsweise durch Stellen mit kleinen Pusteln. Teilweise liegt auf diesen Stellen heller bis blutiger Schorf.
  • wildes Fleisch: Das sogenannte wilde Fleisch entsteht oft durch unbehandelte Verletzungen. Es stellt eine wuchernde Vernarbung dar und kann zu Schmerzen und/oder Juckreiz führen. Erkennen lässt es sich an der rötlichen/roten Färbung der Haut. Das Gewebe steht aus der Pfote hervor, wirkt unregelmäßig und begrenzt sich auf die Stelle/n ohne Fell.Es stört den Hund, da er es als nicht dorthin gehörend einordnet und versucht es abzuknabbern. Je mehr er knabbert, desto mehr weitet es sich aus.
  • Fremdkörper: Ein in die Pfote eingedrungener Fremdkörper, wie beispielsweise eine kleine Glasscherbe, ein Holzsplitter und/oder Ähnliches, bereiten dem Hund Unbehagen. Jeder weiß, wie lästig und unangenehm ein Holzsplitter im Finger oder Fuß ist. Dem Hund geht es ähnlich und er leckt an der Pfote, um diesen Fremdkörper loszuwerden. Ohne Behandlung eitert er in vielen Fällen nach ein paar Tagen heraus und hinterlässt eine Wunde.Eisenspäne und Grannen wandern allerdings in der Pfote hoch bis in den Körper, was zu schlimmen Schäden kann.
  • Zecken: Zecken gehören zu den blutsaugenden Parasiten. Sie saugen sich am Hundekörper voll, bis sie rund und dick zu sehen sind. Vollgesogen lassen sie sich vom Hund herunterfallen und warten auf den nächsten Wirt.Die Zecke kann mit einem Stich viele verschiedene Krankheiten auf den Hund übertragen. Die Borreliose stellt dabei nur eine, aber sehr gefährliche Krankheit dar und kann dem Hund schwer schaden.Zecken lassen sich mit geeigneten Mitteln wie einer Zeckenzange oder einer Zecken-Karte leicht entfernen. Traut sich der Hundebesitzer das nicht zu, kann jeder Tierarzt diese Aufgabe schnell und leicht erledigen.
  • trockene Haut: Speziell in Sommer und/oder Winter leiden viele Hunde unter trockener Haut an den Pfoten und den Ballen. Die Ballen erscheinen rissig und hart, ähnlich ausgetrockneter Erde. Das Einsetzen ölhaltiger Pfoten-Pflegemittel und Pflegemittel mit Aloe Vera sorgen für schnelle Hilfe. Regelmäßiges Einsetzen dieser Mittel verhindert ein erneutes Auftreten und beugt Rissen in den Ballen vor.
  • allergische Reaktionen: Viele Hunde reagieren auf verschiedene Haushaltsmittel, Lösungsmittel, Hefepilze und andere Reizstoffe allergisch. Sie weisen in dann an den Pfoten und/oder der Schnauze juckende, rötliche bis blutige Stellen ohne Fell auf. Sie lecken sich fast ständig Pfoten und/oder Schnauze, da die Stellen jucken und brennen. Je mehr der Hund an den Stellen leckt, desto mehr weiten sich die Stellen am Körper aus.Der Tierarzt kann einen großen Allergietest durchführen und der Hundehalter beispielsweise das Reinigungsmittel gegen ein anderes austauschen.

Bei Schmerzen an anderen Stellen, Juckreiz und/oder seelischem Leid lecken Hunde ebenfalls an den Pfoten. In diesem Fall muss der Hundehalter der Ursache näher auf den Grund gehen. Eine tierärztliche Untersuchung oder ein Besuch beim Tierheilpraktiker bringen schnell an den Tag was dem Hund fehlt. Für seelische Belange gibt es Hilfe vom Tierpsychologen, wenn sich keine körperliche Ursache finden lässt.

Wann muss ich daran denken, das Belecken der Pfoten zu unterbinden?

Als pathogen (zu behandeln) erweist sich das „Pfoten lecken“ des Hundes, wenn er
  • mit dem Belecken der Pfoten nicht mehr von alleine aufhört.
  • kurze Zeit nach der Aufforderung direkt wieder mit dem Lecken an den Pfoten beginnt.
  • immer dann an den Pfoten leckt, wenn er sich unbeobachtet fühlt.
  • mit dem Lecken beginnt, sobald er auf seinem Platz oder einem anderen Ort liegt
  • aus Langeweile an den Pfoten leckt und/oder nagt.

Der Hundekörper schüttet durch das Belecken der Füße Endorphine (Glückshormone) aus. Diese Ausschüttung wirkt auf den Hund ähnlich wie eine Sucht und er leckt immer weiter und fester. Er will das einmal erlebte Hochgefühl erneut und immer wieder erleben.

Besonders fatal erweist sich dieser Teufelskreis in dem Moment wo die Füße sich entzünden. Eine solche Entzündung lässt sich, im Hinblick auf das stetige Lecken, nur schwer behandeln. Das Hinzuziehen eines Tierarztes, Tierheilpraktikers und/oder eines Tierpsychologen erweist sich in diesen Fällen als unerlässlich.

Wie kann ich vorgehen, um dem Hund das „Pfoten lecken“ abzugewöhnen?

hund leckt bild

Hund leckt

Als Erstes ist es wichtig zu klären, was dem Hund fehlt und welche Gründe für das Belecken der Pfoten vorliegen.

Säubert das Tier sich die Pfoten nach dem Spaziergang, dem Fressen oder Trinken, bedarf dies keiner Behandlung.

Lässt der Hund mit dem Lecken nicht nach, kann der Hundehalter dem Tier helfen, indem er beispielsweise:

  • zu lange Haare zwischen den Ballen kürzt,
  • eventuell vorliegende, kleine Verletzungen mit geeigneten Mitteln behandelt,
  • zu lang gewordene Krallen schneidet,
  • verfilzte Haarbüschel entfernt,
  • zwischen den Zehen festsitzende Schmutzpartikel auswäscht.
  • hochwertige Futtermittel ohne Getreidezusatz und mit ausreichenden Omega Fettsäuren füttert. Sie stabilisieren und stärken das Immunsystem des Hundes.
  • regelmäßiges pflegen und kontrollieren der Pfoten hilft, sie sauber zuhalten und die Bindung zwischen Hund und Hundeführer zu stärken.

Führen diese Aktionen nicht zum Erfolg, kann ein Tierarzt oder ein Tierheilpraktiker der/den Ursache/n auf den Grund gehen. Finden diese Spezialisten keine körperlichen Ursachen, kann ein Tierpsychologe vielleicht Hilfe leisten und eine geeignete Therapie mit dem Hundebesitzer einleiten.

Speziell nicht körperliche Leiden wie beispielsweise:
  • das Unterfordern eines intelligenten, aktiven und agilen Hundes,
  • Langeweile durch zu wenig Bewegung,
  • Überfordern durch zu lange Trainingseinheiten,
  • nicht konsequentes Erziehen des Hundes,
  • das Weggehen der ursprünglichen Bezugsperson (Scheidung, Trennung, Tod),
  • längere Krankheit der Bezugsperson (Krankenhausaufenthalt),
  • ein Umzug der Familie in eine andere Gegend, eine andere Wohnung/Haus,
  • Tod oder Abgabe des Zweithundes, des Tierfreundes,
  • Stress mit und ohne weitere, greifbare Ursachen,
  • Ängste und
  • Unsicherheiten,

stürzt/stürzen den sensiblen Hund in ein Gefühlschaos. Starke Veränderungen in der Familie und dem direkten Umfeld des Tieres lösen bei diesen Tieren schnell psychische/ psychosomatische Beschwerden aus. Bei dieser Problematik ist ein Tierpsychologe der richtige Ansprechpartner. Er kann mit dem Hundehalter gemeinsam ergründen, was dem Hund zusetzt. Mithilfe seiner Erfahrung und seines Einfühlungsvermögens kann es gelingen, dem Hund das stetige Lecken der Pfoten abzugewöhnen und/oder zumindest einzudämmen.

Hund Pfoten lecken abgewöhnen – Fazit

Dieser Text zeigt eine Auswahl der häufigsten Gründe zum Belecken der Pfoten. Welcher Grund für den betroffenen Hund genau zutrifft, kann nur der Hundeführer und/oder der in Anspruch zu nehmende Tierarzt/Tierheilpraktiker/Tierpsychologe feststellen.

Offensichtliche Gründe wie eine Zecke oder eine offene Stelle zwischen den Zehen lassen sich problemlos vom Hundeführer behandeln. Weniger offensichtlichen Gründen muss in vielen Fällen ein Tierarzt oder ein Tierheilpraktiker auf den Grund gehen und geeignete Therapien einleiten.

Besonders schwierig erweisen sich Problematiken, die die Gefühlswelt des Hundes betreffen. Leidet der Hund seelisch, kann ein Tierpsychologe sich als hilfreich erweisen.

In Zusammenarbeit mit dem Hundeführer kann er ein Konzept entwickeln, damit das Lecken an den Pfoten aufhören kann. Dem Hundeführer fällt hierbei eine große Rolle zu. Seelisches Leid lässt sich nur aufheben, wenn der Hundeführer sich mehr auf das Tier einlässt und eine intensivere Nähe zu dem Hund aufbaut.

Viele Hunde leiden darunter, dass der Hundeführer sich beim Arbeiten oder gemeinsamen Spaziergang nicht ausreichend auf sie konzentriert. Er denkt an andere Dinge und erlebt den Hund eher am Rande. Sensible Hunde leiden unter dieser, in ihren Augen, Nichtachtung und suchen im Belecken der Pfoten nach der ihnen fehlenden Liebe, Aufmerksamkeit und Nähe.

Ein seelisch und körperlich ausgeglichener, gesunder Hund erfährt von seinem Hundeführer die Nähe und Liebe, die er braucht. Er fühlt sich geachtet und beachtet, geliebt und respektiert. Leckt er seine Pfoten, dient dies ausschließlich der Reinlichkeit und dem Entfernen von Schmutz zwischen den Ballen. Eine ausgewogene, auf den Hund abgestimmte Ernährung, mit ausreichend Bewegung und Liebe schenken ihm ein gesundes Leben ohne stetiges belecken und benagen der Pfoten.



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