Halsband oder Geschirr? Was ist sinnvoller?

Leine oder Geschirr

Der Hund ist bekanntlich der beste Freund des Menschen. Gerade deswegen möchten wir sicherstellen, dass es unseren Lieblingen gut geht und sie sich bester Gesundheit erfreuen können. Dabei spielen nicht nur das richtige Futter und artgerechte Pflegeprodukte eine Rolle. Auch beim „Gassi gehen“ sollten wir auf unsere vierbeinigen Freunde aufpassen und ihnen den Ausflug so angenehm wie möglich gestalten.

Doch was eignet sich dafür besser? Ein Halsband oder ein Geschirr?

Halsband vs. Geschirr

Da in Deutschland vielerorts eine Leinenpflicht besteht, muss sich der geneigte Tierfreund auf jeden Fall für eine der beiden Alternativen entscheiden, um seinen Liebling Gassi führen zu dürfen. Ohne Leine geht es nicht.

Unter Hundefreunden ist die Frage, ob sich nun ein klassisches Halsband oder doch ein Hundegeschirr besser eignet, heiß diskutiert. Gute Argumente gibt es für das eine wie das andere, zumal sich einzelne Geschirre auch stark voneinander unterscheiden können.

Ein meiner Meinung nach sehr gutes Video zu dem Thema findest du hier:

Das Halsband

Klassischerweise wurden Hunde an Halsbändern gehalten. Geschirre tauchten erst später auf und kamen auf Umwegen, zum Beispiel aus dem Umfeld von Zuggeschirren der Hundeschlitten, in den Hausgebrauch.

Vorteile eines Halsbandes

Halsbänder sind kostengünstiger als Geschirre. Gerade in der Welpenzeit, oder wenn sich das Tier noch im Wachstum befindet lohnt es sich häufig nicht ein teures Geschirr für den Hund zu besorgen. Bis das Tier ausgewachsen ist, ist das Halsband die Geld sparende Alternative.

Bei gut-trainierten Hunden eignen sich Halsbänder vor allem für Ausflüge, bei denen der Hund bei kurzer Leine gehalten werden muss – zum Beispiel in der Stadt. Voraussetzung ist hier tatsächlich, dass die Tiere wissen wenn sie nicht zu stark ziehen dürfen und sich stattdessen auf das Herrchen oder das Frauchen verlassen.

Halsbänder sind schneller angelegt als die mitunter umständlichen Geschirre. Vor allem auch für das Freilaufen, zum Beispiel im Garten oder in dafür zugelassenen Parks eignen sie sich besser. Das Tier ist schnell und unkompliziert von der Leine gelassen und kann sich austoben.

Beim Spielen, Raufen und Rangeln mit anderen Hunden können sich Geschirre leicht verheddern und die Tiere unruhig werden lassen. Beim Kontakt mit Artgenossen eignet sich das Halsband auch eher, da die Liebsten seltener hängen bleiben.

Halsband oder Geschirr

Nachteile eines Halsbandes

Die Nachteile von Halsbändern sind meist gesundheitlicher Natur.

Vor allem bei stark ziehenden Hunden, das heißt, Tieren die sehr lebhaft an ihren Leinen zerren, kann es durch Leinendruck der Halsbänder zu gesundheitlichen Problemen kommen. Im Gegensatz zu einem Geschirr wird der Druck bei einem Halsband nur auf einen sehr kleinen Bereich des Kopfes in der Nähe des Kehlkopfs zentriert. Besonders die Schilddrüse kann auf diese Art verletzt werden und zu einer leider häufig über einen langen Zeitraum hinweg nicht erkannten Schilddrüsenunterfunktion führen, der sogenannten Thyreoiditis. Auch die Luftröhre, Hals- und Rückenwirbel können durch Halsbänder in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wenn Ihr Hund ein starker Zieher ist sollten Sie sich überlegen, ob Sie ihm die Zugkräfte, die durch ein mit einer Leine verbundenes Halsband zumuten möchten. Oftmals hilft hier ein kleiner Selbstversuch, um sich selbst klar zu werden wie sich die Tiere mit Halsbändern fühlen. Einfach mal selbst ein Halsband anlegen lassen und von einem Freund, einer Freundin oder einem Familienmitglied an der Leine führen lassen.

Aktuell beliebte Hundeleinen

Ein Geschirr

Geschirre für den Hausgebrauch sind bei Hund noch nicht so lange üblich, heutzutage allerdings kaum noch wegzudenken.

Ursprünglich wurden Geschirre bei Hundeschlitten oder Hundewagen verwendet. Doch es gibt noch eine Vielzahl von teilweise sehr spezialisierten Anwendungsmöglichkeiten, z.B. Führgeschirre bei Blindenhunden, Jagdgeschirren für Jagdhunde. Verschiedene Arten von Rettungsgeschirren kommen bei Rettungshunden für die unterschiedlichsten Aufgaben zum Einsatz.

Auch im Hausgebrauch unterscheiden sich Geschirre für Hunde. Hier gibt es Beispielsweise die klassischen Führungsgeschirre, Norwegergeschirre, Sattelgeschirre, Zuggeschirre oder Sicherheitsgeschirre.

Auf jeden Fall ist es wichtig ein zu einhundert Prozent passgenaues Geschirr für den eigenen Hund zu kaufen.

Vorteile eines Geschirrs

Geschirre eignen sich vor allem für Hunde, die noch lernen müssen an einer Leine zu gehen, oder stark ziehen und zerren. Ein Geschirr verteilt die Zugkraft schön gleichmäßig auf eine größere Fläche auf dem Körper des Tieres und entlastet so einzelne Körperstellen, wie beispielweise die Halswirbel. Damit wird das Risiko von gesundheitlichen Problemen im Vergleich zu einem Halsband stark vermindert.

Besonders für lange Spaziergänge eignet sich ein Geschirr, da die Tiere währenddessen auch mal am Straßenrand stehen bleiben können, ohne direkt von der Leine am Hals gezogen zu werden. Auch zum Joggen eignen sich Geschirre, oder generell für alle Gegebenheiten, wenn das Tier droht zu stark an der Leine zu ziehen.

Entgegen der landläufigen Meinung eignet sich ein Geschirr auch zum Lernen der Leinenführigkeit – wenn dem Hund erst noch beigebracht werden muss, an einer Leine zu gehen.

Beliebtes Hundegeschirr

Nachteile eines Geschirrs

Im Gegensatz zu einem Halsband besteht bei einem Geschirr immer die Gefahr, dass das Tier sich irgendwo verheddert oder hängen bleibt. Gerade beim Herumtollen im Unterholz oder im Garten.

Beim Kauf eines Geschirrs ist es besonders wichtig darauf zu achten, dass dem Tier das Geschirr individuell angepasst wird und die Schulterblätter dabei frei bleiben. Schlecht sitzende Geschirre können unangenehm scheuern und beim vierbeinigen Freund zu ebenso vielen gesundheitlichen Problem führen, wie es das Halsband tut.

Auf eine genaue Passform ist außerdem zu achten, da sich die Tiere bei zu großen Geschirren aus der Halterung herauswinden können.

Ein gut sitzendes Geschirr zu finden ist also mit einem wesentlich höheren Zeit- und Geldaufwand verbunden, als ein beinahe universell einsetzbares Halsband.

Fazit

Halsband oder Geschirr? Beide haben Vor- und Nachteile, auf die ein Tierfreund achten sollte. Es bietet sich auch an beides zu besitzen und je nach Situation zu entscheiden, welches man dem Hund in einer spezifischen Situation anlegen möchte. Letztendlich liegt die Entscheidung aber beim Halter des Tieres, wobei es trotzdem ratsam ist einige Faktoren zu berücksichtigen.

Ein Halsband ist insgesamt kostengünstiger und eignet sich besser für das Herumtollen in der Natur und bei Spaziergängen, bei denen das Tier nah am Körper geführt werden soll. Wichtig ist, dass der Hund entsprechend trainiert ist, da er sich bei zu starkem Zerren und Ziehen selbst verletzen könnte. Aber Achtung: Nicht jede Hunderasse und schon gar nicht jedes individuelle Tier lassen sich auf eine sichere Leinenführung trainieren.

Geschirre bieten viele Vorteile und sind für die meisten Hunde gesünder als Halsbänder. Besonders die sogenannten X- oder T-Geschirre – Untergruppen der Führgeschirre – eignen sich für den normalen Hausgebrauch.

Der Halsbereich, Kehlkopf und Hals- und Nackenwirbel werden durch eine gleichmäßigere Druckverteilung entlastet. Zu beachten ist hierbei: Wenn das Geschirr nicht zu einhundert Prozent passgenau sitzt, kann es – gerade bei längeren Spaziergängen – zu unangenehmen Aufschürfungen kommen. Wenn man das Geschirr schon nicht individuell anfertigen lässt, sollte man beim Kauf auf die Passung achten.

Fachverkäufer stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite, allerdings kann es nie Schaden im Zweifelsfall noch eine zweite, oder gar dritte Meinung einzuholen.

Schließlich geht es um das Wohl Ihres Lieblings und für den besten Freund des Menschen ist das Beste gerade gut genug.

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