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Mastiff – Infos, Wesen/Charakter, Erziehung und Kaufberatung

Der Mastiff, die verkannte Hunderasse

Mastiff, Bullmastiff, bei diesen Begriffen erscheint uns im Kopf direkt ein großer, massiver, aggressiver Hund. Diese Falschinterpretation setzten uns die Medien und Filme wie „Cujo“ in den Kopf. Bei Mastiffs handelt es sich zwar um große, breite und kampfbereite Hunde, diese sind dem Menschen gegenüber eher als ruhig und liebevoll zu bezeichnen. Ihr Wesen weicht von den Filmen stark ab. Zu ihrer Familie gehören viele bekannte Hunderassen, wie beispielsweise Bernhardiner, Neufundländer, die Deutsche Dogge und/oder der Tosa Inu.

Größebis zu 90 cm
Gewicht50 bis 10 Kg
Lebenserwartung9 – 14 Jahre
Farbenapricot, sandfarben
UrsprungGroßbritannien

Woher stammt der Mastiff?

Zum genauen Ursprung des Mastifftyps gibt es unterschiedliche Aussagen und er scheint bis heute als nicht vollständig geklärt. Fest steht, dass der Mastiff erstmals in einer Abhandlung zu Henry IV mit dem Namen „The Master of the Game and of Hawks“ von Edmund of Langley (1341 – 1402), dem 1. Duke of York Erwähnung findet.

Der Name Mastiff setzt sich, laut historischer Informationen aus dem plattdeutschen „Mast-teve“ und dem lateinischen „mixtivus“ zusammen. Die beiden Begriffe heißen übersetzt so viel wie plumper, schwerer Mischling/Mischlingshund. Eine andere Art der Namensdeutung geht auf den belgischen Schäferhunde-Fachmann Professor Reul zurück. Er leitet den englischen Begriff „Mastiff“ von dem lateinischen Begriff „Mastinus“, was häuslich oder zahm bedeutet,ab.

Im Bereich des Spätmittelalters weisen Belege daraufhin, dass die Mastifftypen ihren Einsatz als Kriegshunde fanden. Als Beispiel dient hierzu die Schlacht um Azincourt, die im Jahre 1415 statt fand. In diese zog der geadelte Sir Percy Legh mit seinen englischen Doggen, welche ihn vor seinen Angreifern schützten. Er starb trotz ihrer Hilfe auf dem Schlachtfeld, doch seine Familie dankte seinen Hunden, indem sie diese Rasse weiter züchtete und erhielt. Seit circa 1435 züchtet die Familie erfolgreich englische Doggen, wie sich bei Arnold (1939); Vocke (1996) b nachlesen lässt. Sehr erfolgreich bewährten sich die Hunde als Wachhunde, Kriegshunde und bei der Jagd.

1891 beschrieb SHAW die Mastiffs treffend mit folgenden Sätzen: “ Ein Mastiff aus wahrem englischem Blut liebte den Kampf mehr als sein Futter. Seinen Ruhm sah man an seinem hinkenden Schritt, Narben aus Kampf um Ehre zeichneten sein Gesicht; an jedem Glied eine Schramme, die häufigen Kämpfe haben seine Ohren verkürzt! “

Doch schon weit vor den Jahren um 1400 gab es massige, stabile und kampfbereite Hunde. Die sogenannten Bärenhunde, sie scheuten keinen Kampf gegen Bären und/oder andere Raubtiere. Erste Belege finden sich aus dem Jahre 1050 nach Christus. In diesen Jahren belustigte der englische Adel sich an Kämpfen zwischen wilden Bären und Mastiffs. Die Bären hatten keine Chance, da sie lebend gefangen gegen eine Meute von Hunden antreten mussten.

In den Jahren um 1600 nach Christus legten die Engländer spezielle Arenen für alle Arten von Tierkämpfen an. Sie züchteten spezielle Bärenhunde und ließen diese gegen die unterschiedlichen Raubtiere kämpfen. Diese doggenartigen Bärenhunde ähnelten in Aussehen und Charakter stark den deutschen und niederländischen Bärenbeißern/Bullenbeißern.

Die erste Reinzucht des englischen Mastiffs, wie wir diesen Hundetyp heute kennen, erfolgte in England. Die Jahre zwischen 1820 und 1835 zählen zu den ersten, ursprünglichen Reinzuchtjahren. Spezielle Kontroversen um Aussehen und Farbe zögerten die Gründung des ersten Mastiff-Klubs bis ins Jahr 1872 hinaus.

Zum Auffrischen des Blutes kreuzten die Mitglieder Bernhardiner mit glattem Haar in ihre Linien ein. Unterstützung zur Anerkennung dieser Rasse fand der Mastiff-Klub beim Klub der Bernhardiner, welcher diese Kreuzung als Alpenmastiff deklarierte.

Die Rassenbeschreibung des englischen Mastiff

Der FCI (Federation Cynologique Internationale) klassifiziert ihn mit der Standard Nummer 264 in die Gruppe zwei für Schnauzer, Pinscher und Molossoide-Schweizer Sennenhunde.

In Sektion 2.1 eingeteilt gehört er zu den doggenartigen, molossoiden Hunden und er bleibt bisher ohne Arbeitsprüfung.

Seine Verwendung umfasst die eines Wach- und/oder Schutzhundes.

Des Weiteren legt der FCI fest, dass die Größe und das Gewicht des Mastiff im „richtigen Verhältnis“ zueinanderstehen soll. Er legt fest, dass das Gewicht nicht mehr als 90 Kilogramm betragen darf. Die Größe eines Mastiffs misst sich an der Widerristhöhe. Bei Rüden muss diese mindestens 80 Zentimeter und bei einer Hündin mindestens 70 Zentimeter erreichen.

Sein Brustkorb muss breit und tief liegen, wodurch der Körper plastisch bemuskelt wirkt. Der Schädel wirkt breit und die Stirn ebenmäßig, mit leichtem Faltenwurf. Die Lefzen befinden sich, ausgehend von der Nasenscheidewand in einem stumpfen Winkel. Sie wirken leicht hängend, wodurch der Kopf ein quadratisches Profil erhält.

Ohren, Nase und Fang sind dunkel gefärbt, was zu der typischen Maske des Hundes führt. Am höchsten Punkt des Kopfes angesetzt befinden sich die hängenden Ohren.

Der Mastiff besitzt kurzes, feines anliegendes Haar. Als zulässige Farben gelten gestromt, sandfarben (fawn) und apricot.

Beim Mastiff gilt, je größer, desto lieber, aber nur solange die Gesundheit nicht darunter leidet.

Vom Sitzbeinhöcker bis zum Schultergelenk gemessen ergibt sich die Länge des Körpers. Diese Länge muss größer sein als die Widerristhöhe, da sich nur auf diese Weise ein wohlproportionierter Hund mit angemessenem Rahmen ergibt.

Der Körper muss gerade sein und der Rücken breit, was seiner Gesundheit dienlich erscheint.

Sehen wir uns den Mastiff an, sehen wir einen langen, großen Hund. Mit seinem freundlichen Gesicht und seiner breiten Brust sehen wir einen Hund, der seinen Mann stehen kann. Er präsentiert sich gern als Beschützer, liegt aber ebenso gern auf seinem Platz und genießt die Sonne.

Welchen Charakter hat die Hunderasse?

Mastiffs, wie Rottweiler, Bernhardiner und andere Molosser schrecken durch ihre Größe ab. Sie erweisen sich als äußerst gelehrig und besitzen eine hohe Reizschwelle.

Gern beobachten sie Situationen und warten ab, statt direkt aufgeregt und bellend voranzugehen. In ihrem Rudel fühlen sie sich wohl, genießen die Nähe ihrer Menschen und bieten ihnen in dem Moment Schutz, wo er nottut. Das heißt nicht, dass sie direkt auf Angriff umschalten, vielmehr präsentieren sie sich und zeigen wie groß sie wirklich sind.

Ein Mastiff mag ruhige, ausgeglichene Menschen, die ihn mit ruhiger Hand und Konsequenz lehren was er für ein Zusammenleben in der Familie benötigt.

Mastiffs gehören nicht zu den stetig bellenden, aggressiven und nervösen Hunden, sondern zu den besonnenen, die im Verlauf einer Situation entscheiden was zu tun ist.

Einmal in Fahrt und auf Kampf eingestellt, sind sie schwer zu kontrollieren. Dies führte zu ihrem heutigen, schlechten Ruf in der Gesellschaft. Diese Kampfsituationen lassen sich bei sorgsamer Erziehung gut umgehen. Sein Hauptziel liegt im Schutz von Familie, Rudel, Haus und Hof.

Was sollte ich bei der Erziehung und Haltung beachten?

Einen Mastiff erziehen bedeutet zwei Jahre harte Arbeit. Konsequenz, Ausgeglichenheit und eine ruhige Hand gehören zu den Grundvoraussetzungen eines Hundehalters, der einen Mastiff erziehen will.

Mastiffs sind sehr gelehrig und lassen sich gut führen, wenn die gesamte Familie Konsequenz beweist und hinter dem Hundeführer steht.

Es sind keine Einmannhunde, wie beispielsweise Dobermänner, sondern gehen gern mit allen Familienmitgliedern spazieren.

Je mehr ein Mastiff im Welpenalter kennenlernt, desto eher lassen sich später schwierige Situationen mit ihm vermeiden.

Ein gut sozialisierter Mastiff, der lernt sich zwischen fremden Menschen und Hunden zu bewegen, ohne sie zu beachten, erweist sich als verlässlicher, treuer Partner.

Die Erziehung eines Mastiffs, erfordert viel Zeit. Mastiffs gehören zu den sogenannten Lagerhunden die Haus, Hof und Familie jederzeit bereitwillig beschützen.

Angst scheint für sie in vielen Fällen ein Fremdwort und Welpen bringen sich schnell in Bedrängnis. In einem solchen Fall ist der Hundehalter gefordert, er muss dem Welpen zeigen, was er darf und was nicht. Er muss ihm beibringen, wo Gefahren drohen und Wege finden diese zu umgehen.

Der ausgewachsene, gut sozialisierte Mastiff begleitet die Familie und schützt Haus und Hof. Lange Spaziergänge helfen ihm, gesund zu bleiben, und unterstützen seinen Bewegungsapparat. Gibt es einen Garten oder ein Grundstück, welches er bewachen kann, traut sich kein Dieb in seine Nähe.

Die Kinder der Familie befinden sich bei ihm in guten Pfoten und er verteidigt sie gegen jeden Angriff. Sie selbst kann er umschubsen, da er nicht gerade geschickt mit seiner Größe umgehen kann, für dies kann er jedoch nichts.

Ansonsten erweist er sich als genügsam und weitgehend unkompliziert. Wichtig sind die sozialen Kontakte und das ruhige Erziehen während der Welpen- und Junghundphase.

Vor dem Kauf ist noch zu beachten, dass er in verschiedenen Bundesländern unter die Listenhundekategorie zwei fällt und seine Haltung damit bestimmten Auflagen unterliegt. Auskünfte erteilen zu diesem Thema die jeweiligen Städte.

Ist die Rasse gefährlich?

Für die eigene Familie ist er auf keinen Fall als gefährlich zu bezeichnen. Angreifer, Menschen, welche Haus oder Hof bedrohen, sind besser beraten, dem Grundstück fernzubleiben. Gefährlich in dem Sinne, wie der böse schwarze Hund immer wieder in den Medien auftaucht, nein, zu dieser Art Hunden zählt er nicht.

Gefährliche Menschen besitzen gefährliche Hunde und jeder Hund kann zu einem gefährlichen, unkontrollierbaren Hund mutieren, dessen Mensch ihn dazu macht. Das böse Ende der Leine ist nicht der Hund, es lohnt sich, über diesen Satz einmal nachzudenken.

Wo kann ich einen Mastiff kaufen und was sollte ich dabei beachten?

Einen gesunden, gut sozialisierten Mastiff auf einem Tiermarkt kaufen zu wollen ist als fahrlässig anzusehen.

Wer einen gesunden, schönen und familientauglichen Mastiff sucht, der kauft ihn bei einem Züchter, der sich auf Mastiffs spezialisiert hat. Der VDH und der FCI bieten dazu Listen von Züchtern an, bei denen sich der Hundehalter melden und deren Welpen er besuchen kann.

Züchter bieten heute die Möglichkeit an, sich mit dem Hund von Welpe an vertraut zu machen, ihn zu besuchen und mit ihm zu spielen. Der Besucher kann die Eltern sehen und das Familienleben der Hunde in sich aufnehmen.

Bis zum Kauf und zur Übernahme des Welpen vergehen auf diese Weise mehrere Wochen. Während dieser Zeit kann der neue Besitzer seinen Welpen mehrmals besuchen und beide erhalten die Gelegenheit sich vorab aneinander zu gewöhnen.

Die notwendigen Papiere stellt der Züchter aus und legt dem Hund nach dem Kauf den Impfpass, wie die Ahnentafel dazu. Der Impfpass ist ein wichtiges Papier, das die bereits vorgenommenen und noch vorzunehmenden Impfungen enthält.

Der kleine kommt auf diese Weise nach ärztlichem Gesundheitscheck, Überprüfung durch den Zuchtwart und entwurmt in sein neues Zuhause.

Wie viel kostet ein Mastiff?

Ein, in einer Familie zur Welt gekommener, vom FCI anerkannter, gesunder englischer Mastiff Welpe kostet in der Regel zwischen 600 und 1200 Euro.

Bei preiswerteren Angeboten lohnen sich Nachfragen nach dem Grund bei den jeweiligen Züchtern. Manchmal entsteht ein niedriger Preis dadurch, dass der Hund beispielsweise vorgegebene Zuchtkriterien nicht erfüllt. Fehlfarben, zu kleine Größe und Ähnliches führen gern zum Verwehren der Zuchterlaubnis.

Gibt es typische Krankheiten?

Wie viele Molosser leidet der englische Mastiff aufgrund seiner Größe in vielen Fällen unter:

  • HD (Hüftdysplasie)
  • ED (Ellenbogendysplasie)
  • Kreuzbandrissen
  • Wolfskrallen (leicht operativ entfernbar)
  • Umstülpungen der Schleimhäute (Ektropium) wie beispielsweise der Augenlider
  • Gelenkprobleme aller Art

Fazit

Der englische Mastiff, seine Gene finden sich noch heute in den verschiedensten Molosserarten. Als älteste Hunderasse der Welt erwarb sich der Mastiff einen besonderen Namen, dem die Hundewelt viel Dank schuldet.

Ohne ihn gäbe es kaum Neufundländer, Rottweiler oder andere, massive Rassen, die wir heute kennen.

Als Kampfhund verschrien bringt er seiner Familie alle Liebe der Welt entgegen. Bei artgerechter Haltung und sozialisierter Aufzucht kann er einen verlässlichen, treuen Partner für den Alltag darstellen.

Ein englischer Mastiff hat nichts von einer reißenden Bestie. Seine fast schon stoische Geduld im Umgang mit den Kindern der Familie und seine Gelehrsamkeit zeigen das genaue Gegenteil.

Er weiß genau wie groß er ist und was er leisten kann. Kommt es zu einem Kampf, bestreitet er ihn, keine Frage, aber er fordert ihn von sich aus eher selten heraus.

Er liebt lange Spaziergänge mit seiner Familie und die gewohnte, ruhige Umgebung, die er sein Zuhause nennt.

Zusammenfassend erweist sich der englische Mastiff als friedvoller Familienhund, der eine hohe Reizschwelle besitzt und gern, wenn auch langsam befolgt, was wir von ihm verlangen.

Wer ausreichend Platz, Zeit und Ruhe für diesen Riesen aufbringen kann, ist mit ihm als Partner gut beraten.

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