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Mein Hund frisst alles, was er findet, was kann ich dagegen tun?

Mein Hund frisst alles was er findet
Mein Hund frisst alles was er findet

Der Staubsauger-Hund

Jedes Buch über Hunde, jeder Hundeexperte, Züchter und Kynologen sagt uns, dass der Hund zu den Karnivoren (Fleischfresser) gehört. Genauer betrachtet stimmt dies im ersten Moment. Beim näheren Betrachten zeigt sich allerdings, dass sie in vielen Fällen die Innereien ihrer Beutetiere als erstes Fressen.

Im Magen dieser Beutetiere befindet sich, was sie vor ihrem Tod fraßen wie beispielsweise Gräser, Beeren, Früchte und/oder Gemüse. Ebenso enthält ihr Darm einen Brei aus ihren noch nicht vollständig verdauten Mahlzeiten.

Aus diesem Blickwinkel betrachtet erweist sich der Hund nicht mehr als reiner Fleischfresser, sondern bedingt als Allesfresser (Omnivore). Zwar bleibt Fleisch weiterhin seine bevorzugte Grundnahrung, aber er benötigt ebenso Bausteine von Früchten, Gräsern und Gemüsen.

Nicht vorverdautes Getreide kann er nicht verwerten. Dies zeigt sich daran, dass viele Hunde die Mägen von Nagern nicht fressen und/oder auf Getreide enthaltende Hundefuttersorten allergisch reagieren.

Hundeführer, die einen Hund besitzen der stetig nach, für ihn interessante Artikel Ausschau hält, stehen vor einem großen Problem. Der Spaziergang wird für beide zu einem Spießrutenlauf, da der Hund schnell an vergiftete Köder geraten kann.

Pestizide, welche viele Bauern auf ihren Feldern versprühen, führen zu Vergiftungen von Insekten. Mäuse fressen diese und selten lässt ein Hund einen Tierkadaver liegen.

Den Hund vor Giftködern und mit Nägeln oder Rasierklingen bestückte Futterbällen zu schützen fällt vielen Hundeführern schwer.

Hund frisst alles, was er findet (Ratgebervideo)

Wie kann ich verhindern, dass mein Hund alles frisst, was er findet?

Hierzu stehen dem Hundeführer verschiedene Möglichkeiten zur Seite. Er kann Ihn daran gewöhnen:

  • einen Maulkorb zu tragen.

  • Tauschgeschäfte mit ihm zu machen.

  • durch Unterordnung und Befehle das Gefundene liegenzulassen oder dem Hundeführer zu bringen.

  • Gefundenes anzuzeigen ohne es zu fressen oder aufzunehmen.

Unterordnung und Training führen vor allen Dingen dann zum gewünschten Ziel, wenn der Hundeführer konsequent mit dem Hund übt. Ein Welpe lernt und verinnerlicht Gelerntes schneller als ein ausgewachsener Hund. Das heißt, das Übung und Training für einen ausgewachsenen Hund länger dauern, bis er das Gelernte verinnerlicht, nicht aber, das er nichts Neues lernen kann.

Hund frisst alles auf der Straße

Wie kann ich meinem Hund beibringen dass er Dinge wieder ausspuckt?

Der Befehl „Aus“ bietet hier einen guten Weg, wenn nach erfolgreichem Abgeben ein großes Lob folgt. Einem Welpen diesen Befehl näherzubringen erfolgt dadurch, dass der Hund beispielsweise das aufgenommene Spielzeug auf Befehl in die Hand des Hundeführers legt. Gibt er es nicht freiwillig ab, kann der Hundeführer ihm das Spielzeug durch das leichte Öffnen des Mauls mit der Hand entnehmen. Nach der Entnahme erfolgt unbedingt ein Lob.

Das Lob bewirkt, dass der Hund beim nächsten Versuch das Spielzeug freiwillig übergibt, weil er das Lob des Hundeführers will. Auf diese Weise lernt der Hund, dass der Hundeführer erst lobt, wenn er ihm das Spielzeug übergibt. Leckerchen erweisen sich bei dieser Übung als sehr hilfreich.

Diese Tauschgeschäfte in Verbindung mit einem Befehl funktionieren gut, wenn der Hund sie von klein auf lernt und das Gefundene Objekt dem Hund nicht wertvoller erscheint als das Lob/Leckerchen.

Einem ausgewachsenen Hund diesen Befehl näherzubringen kann sich schwieriger erweisen, da nicht jeder Hundeführer seinem Hund ins Maul greifen mag. In diesem Fall muss der Hundeführer intensiver mit dem Hund üben und konsequenter auf das Loslassen des Hundes achten. Das Lob und das Geben des Leckerchens muss in diesem Fall punktgenau erfolgen, was eine hohe Konzentration des Hundeführers voraussetzt.

Wann und wie kann der Maulkorb das Leben des Hundes schützen?

Sucht und frisst der Hund alles, was er draußen findet und lässt er sich durch Befehle und/oder Tauschgeschäfte nicht davon abhalten, erweist sich das Maulkorbtraining als Schutz und Hilfe.

Zum Training benötigt der Hund Vertrauen in den Hundeführer. Dieser kann dem Hund das Tragen des Maulkorbs mit der Hilfe von Leckerchen im Maulkorb näher bringen. Nach und nach legt der Hundeführer die Leckerchen immer mehr in Richtung Maulkorb, bis sie im Maulkorb liegen.

Schreitet die Übung voran, kann er dem Hund den Maulkorb überstreifen ohne, dass dieser den Kopf dreht oder wegzieht. Mit dem Erreichen dieser Stufe kann der Hundeführer den Maulkorb schließen und für ein bis zwei Minuten am Hund belassen.

Akzeptiert der Hund den Maulkorb über mehrere Minuten am Kopf kann er die ersten Schritte mit Hund und Maulkorb gehen. Bis zum ersten Spaziergang mit Maulkorb dauert es dann nur noch wenige Tage.

Der Maulkorb verhindert, dass der Hund ungeeignete Dinge vom Weg aufnimmt und frisst. Er schützt damit sein Leben und führt zu, für beide, entspannte Spaziergänge.

Das Maulkorb-Training und der Maulkorb trainieren dem Hund nicht ab ungeeignete Dinge, ohne Maulkorb, zu fressen oder aufzunehmen. Der Maulkorb verhindert die Aufnahme nur, solange er am Hund befestigt bleibt.

Nach dem Spaziergang, zu Hause, muss der Hundeführer andere Lösungen finden.

Beitrag anhören:

Hund frisst alles, was er findet (Audioversion)

Wie funktioniert das Anti-Giftköder-Training?

Vorab sei gesagt, dass es das ultimative Anti-Gift-Köder-Training nicht gibt.

Bei der Jagd gibt es beispielsweise das Training, durch das der Hund geschossenes Wild anzeigt, statt es zu bringen oder aufzunehmen.

Hierzu erhält der Hund ein Leckerchen und/oder Lob, wenn er sich vor das Gefundene setzt und es nicht aufnimmt. Der Vorteil dieses Trainings liegt darin, dass der Hundebesitzer nicht ständig schauen muss, ob am Weg etwas liegt. Das Beobachten des Hundes reicht aus.

Anti Giftköder Training

Wie bringe ich dem Hund bei Gefundenes anzuzeigen und nicht aufzunehmen?

Vom Hundehalter vor dem Spaziergang ausgelegte Köder und eine lange Suchleine helfen beim Aufbau des Trainings.

Beim Auslegen des Köders kann es hilfreich sein einen Freund, um das Auslegen zu bitten oder Handschuhe zu tragen.

Während des Spaziergangs läuft der Hund an der langen Leine. Steuert er auf einen ausgelegten Köder zu und beschnüffelt ihn, geht der Hundeführer mit dem Befehl „Sitz“ auf seinen Hund zu. Setzt sich der Hund und schaut den Hundeführer an erfolgt direkt das Lob und eine Leckerei.

Den Köder nimmt der Hundeführer auf und schenkt ihm keine weitere Beachtung (eine kleine Tüte kann hilfreich sein).

Geht die Übung schief, erfolgt kein Lob, kein Schimpfen, nichts. Ungeachtet dreht sich der Hundeführer um und geht weg.

Steuert der Hund den nächsten Köder an und schnüffelt, erfolgt erneut der Sitz-Befehl und nach erfolgreichem nicht aufnehmen das Lob.

Das Tages-Trainings muss mit einer erfolgreichen Übung für den Hund enden.

Warum und wann fressen viele Hunde alles, was sie finden?

Bei dieser Frage müssen wir die Antwort unterteilen in Welpen und ausgewachsene Hunde. Beginnen wir mit den Welpen:

  • Welpen

    Sie lernen ihre Welt durch die Nase, die Augen, den Ohren und das Betasten mit Schnauze und/oder Pfoten kennen. Sie besitzen einen schnellen Stoffwechsel, der sie drängt mehrere Mahlzeiten täglich zu sich zu nehmen. Finden sie beim Spaziergang Reste von menschlichen Nahrungsmitteln, Fleischstücke, Tierkadaver oder ähnliche Dinge, verleitet sie der Geruch zum Fressen derselben.

    Zu Hause versuchen Welpen auf Tische und Schränke zu schauen, speziell, wenn vorher dort leckere Dinge lagen. Der Geruch bleibt nach dem Wegräumen noch einige Zeit am Tisch oder Schrank haften. Die kleinen Hunde wollen nicht nur das Leckere riechen, sondern sehen, schmecken und fressen.

    Hunger und unzureichende, ungeeignete Nahrung für den Welpen kann dazu führen, dass der Welpe die Wohnung nach fressbaren Artikeln absucht. Für ihn erscheint es unerheblich, ob der Artikel sich zum Fressen eignet oder nicht. Sein Instinkt sagt ihm sozusagen, „was angenehm riecht, schmeckt und kannst Du fressen“.

    Ungewohntes Alleine bleiben und Langeweile verführen den Welpen ebenfalls sich an Möbeln und/oder Türen zu schaffen zu machen. Sie zernagen dann regelrecht Tisch- oder Stuhlbeine und richten viel Schaden an.

    Des Weiteren wachsen die Zähne, ob Milchzähne oder erwachsenen Gebiss, die Kiefer jucken und/oder schmerzen. Aus diesem Grund kauen Welpen auf und an allem herum. Türrahmen, Tischbeine, Bücher, Zeitschriften, Dekorationen, Sessel und viele, weitere Dinge leiden unter dem Juckreiz und den Schmerzen des Welpen.
  • Ausgewachsene Hunde

    Laut den Aussagen von Tierärzten zählen Beagle, Schäferhunde, Bullterrier und Labradore zu ausgesprochenen Müllschluckern. Diese Hunderassen und andere fressen nicht aus Hunger oder einer Mangelernährung die unterschiedlichsten Artikel, sondern aus vielen unerfindlichen Gründen.

    Der größte Teil aller Hunderassen leidet nicht unter dieser Problematik.

    Sie fressen unerwünschte und/oder ungeeignete/unverdauliche Artikel, wenn beispielsweise:

    1. Das Hundefutter in der Menge nicht ausreicht. Bei der benötigten Futtermenge darf der Hundebesitzer das Alter des Hundes, seine Größe und seine Rasse nicht außer Acht lassen.

    2. Die Menge der benötigten Stoffe wie Eiweiß, Spurenelemente, Mineralstoffe oder Vitamine im Futter des Hundes nicht ausreichen. Hunde, die in Arbeit stehen und Hundesport betreiben, als Rettungshunde arbeiten und/oder schwangere Hündinnen, benötigen ein anderes Futter als sogenannte Freizeithunde/Schoßhunde.

    3. Tierkadaver und/oder Fleischstücke am Weg liegen und zu verlockend riechen. Fleisch bildet die Grundnahrung des Hundes. Erhält er zu Hause Trockenfutter oder nicht regelmäßig Fleisch, erweist sich draußen der verlockende Geruch nach einer extra Portion Fleisch für ihn als zu groß.

    4. Der Bio-Mülleimer und der Restmüll-Eimer in der Wohnung stellen für Hunde eine große Versuchung dar. Gemüseabfälle, Fleischabfälle und/oder weggeworfene Reste von Pizza und Co steigen ihm ständig in die Nase. Wen wundert es dabei, wenn der Hund sich daran bedienen will?

    5. Der Hund sich alleine im Haus befindet und Langeweile aufkommt oder er sich alleine fühlt. Er sucht sich eine Beschäftigung, die ihm angemessen erscheint.

    6. Zahnschmerzen, Bauchschmerzen und allgemeines Unwohlsein kann ebenfalls dazu führen Dinge mit speziellen Gerüchen zu fressen. Der Hund kann nicht unterscheiden zwischen beispielsweise einem Tuch, das nach Kamille riecht und/oder einem Leckerchen mit Kamille. Welchen Problemen und Gefahren steht der Hundeführer gegenüber?

      Die Risiken für den Hund erweisen sich draußen und im eigenen Haus als hoch. Problematisch alltägliche Dinge, über die der Mensch nicht nachdenkt, da sie zu seinem normalen Leben gehören wie beispielsweise:

    7. Tabak, Zigaretten und gefüllte Aschenbecher

      Holt sich der Welpe einen Aschenbecher vom Tisch und frisst aus Neugier eine Zigarette, kann er sich daran schwer vergiften.
    8. Mülleimer

      Mülleimer zählen für Hunde als beliebte Quelle aus der sie sich mit „Futter“ bedienen. Der Mensch entsorgt darin neben Gemüseresten und/oder verdorbenen Lebensmitteln viele Artikel, durch die ein Hund sich vergiften, den Magen-Darm-Trakt aufschneiden und/oder anderweitig schaden kann. Kunststoff-Flaschen und Verpackungsmaterialien, Glas und/oder unsachgemäß entsorgte Arzneimittel gehören ebenso dazu wie Papier und/oder Zeitungen mit Metallklammern.
  • Zeitungen, Dokumente, Dekorationsartikel

    Die Neugier eines Welpen kennt keine Grenzen und Tische oder niedrige Schränke verführen sie zu ungeahnten Aktivitäten. Sie untersuchen alles und in vielen Fällen gehen auf diese Weise Blumenvasen, Gläser und Dekorationsartikel zu Bruch. Schnell kann sich der kleine Hund an den Splittern verletzen und/oder an den Blumen, dem Blumenwasser vergiften.

    Zeitschriften mit Heftklammern zerreißen Welpen gern und es kann dabei zu schlimmen Verletzungen im Mund oder Rachenraum kommen.
  • Kabel, Leitungen, Rahmen von Türen und Stuhlbeine

    Während des Zahnwachstums beißen und kauen Welpen auf allem herum, was ihnen Linderung der Schmerzen und des Juckreizes bringen kann. Die Rahmen der Türen, Tischbeine, Stuhlbeine und Möbelecken gehören zu ihren bevorzugten Nage-Objekten. Die Härte dieser Gegenstände hilft dem kleinen Hund beim Durchbrechen der Zähne.

    Das Benagen dieser Dinge lösen sich in vielen Fällen Splitter. Bohren sich diese Splitter in das Maul oder den Kiefer des Hundes, kann dies zu schlimmen Entzündungen führen.

    Beim Zernagen von Stromleitungen und Kabeln kann der Welpe schlimme Stromschläge erhalten und gegebenenfalls durch einen Stromschlag sterben.
  • Herd

    Heiße Herdplatten, herunter gefallene Kochtöpfe und Pfannen führen in vielen Fällen zu schwersten Verbrennungen des Hundes. Stößt der Hund den Menschen während des Kochens an, kann es schnell zu einem Unfall kommen. Ebenso eine unbeaufsichtigte, heiße Herdplatte auf der das Essen kocht. Die Neugier der Hunde kennt keine Grenzen und ohne Aufsicht geben sie dieser gern nach.

    Sie versuchen in die Töpfe zu schauen und/oder sich ein Leckerchen vom Tisch zu holen. Verbrennungen, Schnittverletzungen und Vergiftungen eines Hundes kommen in den Haushalten häufiger vor als Hundehalter denken.

Neben den genannten Beispielen gibt es noch viele Gefahren, die mit Festtagen zusammenhängen oder die erst beim Beobachten des eigenen Hundes in der Wohnung auffallen. Festtage mit Tannenbaum und brennenden Kerzen gehören ebenso dazu wie auf dem Boden stehende Palmen oder große Bodenvasen.

  • Draußen

    Beim Spaziergang kann das Aufnehmen des Hundes von Tierkadavern und/oder Ködern zu starken Vergiftungen und zu aufgeschnittenem Magen oder Darm führen. Daneben kann das Fressen von Gräsern am Feldrand Vergiftungen hervorrufen.

    Das Spiel mit gefundenen Stöcken lieben Hunde. Doch hierbei kann es zu Absplitterungen kommen, die den Hund im schlimmsten Fall schwer verletzen. Zu spät erkannt lösen sie Entzündungen aus, unter die der Hund schwer leidet.

Mein Hund frisst alles, was er findet – Fazit

Es gibt Hunde, die sich durch kein Training vom Fressen ungeeigneter Materialien abbringen lassen. In diesem Fall bietet ein Maulkorb für sie den größten Schutz und für ihre Hundeführer die größtmögliche Sicherheit.

Innerhalb der Wohnung kann der Hundebesitzer viel dafür tun, dass dem Welpen keine Unfälle geschehen. Draußen gestaltet sich dieses Vorhaben als schwieriger, wodurch frühzeitig begonnene Unterordnung, Anzeige-Training und der Befehl „Aus“ wertvolle Hilfen darstellen.

Beim Umerziehen eines ausgewachsenen Hundes braucht der Hundeführer mehr Zeit und in vielen Fällen ein intensiveres Trainingsprogramm mit professioneller Hilfe.

Welches Training und/oder welcher Tipp sich für welchen Hund und Hundeführer eignet, muss jeder Hundebesitzer für sich herausfinden.

Wichtig ist nur, dass jeder Hundeführer Fürsorge dafür trägt, dass seinem Hund nichts passiert und er schnell geeignete Maßnahmen und Trainings einleitet bevor sich ein Unfall ereignet.

Einen Hund zu trainieren ist nie einfach, aber es lohnt sich in jedem Fall.


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