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Rückruftraining beim Hund – 5 Tipps für schnelle Erfolge

Jeder Hundebesitzer kennt das Phänomen. Der Hund hört sonst immer so gut, aber wenn er von der Leine gelassen und dazu auch noch abgelenkt wird, ist jedes Kommando überflüssig. Viele Hundebesitzer treibt das regelrecht in den Wahnsinn, andere trauen sich gar nicht mehr, ihren Hund ohne Leine laufen zu lassen. Das muss aber nicht die einzige Lösung sein. Wie auch Kommandos wie „Sitz!“, „Platz!“ und „Bleib!“ kann auch das Zurückrufen bei der Hundeerziehung trainiert werden. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Es braucht einiges an Geduld und Zeit, um das Rückruftraining erfolgreich abzuschließen.

Warum ist das Rückruftraining beim Hund so wichtig?

Wenn ein Hund in potenziell gefährlichen Situationen nicht reagiert, wird die Lage oft schwierig. Der Hund kann verletzt werden, andere verletzen oder verunglücken. Deshalb ist der Rückruf eigentlich sogar das wichtigste Kommando in der Hundeerziehung und sollte bereits im Welpenalter trainiert werden. Vielen gelingt das jedoch nicht oder wird nach einer Weile vernachlässigt. Klare Kommandos und Signale sind sowohl für den Hund als auch für den Hundebesitzer wichtig. In gefährlichen oder kritischen Situationen muss der Hund hören! Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Zurückholen zu trainieren. Aber das Ziel des Rückruftrainings ist immer dasselbe: Der Hund soll sofort zurückkommen, wenn er gerufen wird.

Rueckruftainig Hund

Warum hört mein Hund nicht sofort?

Was viele Menschen vergessen: Hunde sind Tiere. Und Lebewesen orientieren ihre Handlungen meist nach bestimmten Erfolgen oder Zielen. Es muss für den Vierbeiner erstrebenswert und lohnenswert sein, zu seinem Menschen zurückzukommen, wenn dieser ihn ruft. Die Kommandos und die reine Anwesenheit des Herrchens oder Frauchens müssen spannender und wichtiger für den Hund werden, als andere Hunde, andere Tiere oder jegliche Ablenkungen.

Der Trainingsort ist wichtig

Besonders am Anfang des Trainings sollte eine Stelle ausgewählt werden, bei der der Hund keine Ablenkung hat und sich voll und ganz auf seinen Menschen konzentrieren kann. Wohlfühlen sollten sich dabei beide – Hundebesitzer und Hund. Denn mögliche Unsicherheiten des Besitzers färben oft auch auf den Vierbeiner ab. Viele wählen für den Anfang die eigene Wohnung oder den Garten. Dort gibt es in der Regel keine anderen Hunde oder Menschen, die den Hund ablenken könnten.

Aller Anfang ist schwer

Schon automatisch beginnt wohl jeder Hundebesitzer mit Kommandos wie „Hier!“, „Komm!“ oder „Bei Fuß!“. Hört der Hund diese Kommandos öfters am Tag, kann er relativ schnell lernen, dass es Kommandos sind, auf die er hören muss. Ein kleines Leckerli am Anfang für jedes Befolgen ist zusätzlich eine Sicherheit dafür, dass der Hund schneller lernt. Er verbindet das Hören mit etwas Positivem. Wichtig ist, ein klares Kommando zu wählen und nicht jedes Mal etwas anderes zu rufen. Das verwirrt den Hund und führt nicht ans Ziel. Nach und nach kann das Training dann erschwert werden, zum Beispiel in dem man die Distanz vergrößert, in der der Hund hören muss.

Die ersten Probleme kommen schnell

Ist dieser erste Schritt geschafft, muss das Training logischerweise auf die Orte ausgeweitet werden, in denen man sich mit dem Hund regelmäßig aufhält. Und hier beginnen die Probleme. Denn hier ist der Hund Ablenkungen jeder Art ausgesetzt. Seien es Gerüche, andere Hunde, Fahrräder, Menschen oder ähnliches – diese Dinge sind erst einmal wichtiger als auf Kommandos zu hören. Jeder Hundebesitzer kennt diese Probleme beim Rückruftraining sehr gut. Es gibt aber verschiedene Möglichkeiten, diese Hindernisse zu umgehen oder zu bewältigen.

Training mit Leine

Man kann das Rückruftraining beispielsweise mit der Leine trainieren. Am besten eignen sich hierfür lange Lauf- oder auch Schleppleinen. Ist der Hund einige Meter entfernt, kann er gerufen werden. Hört er nicht auf sein Kommando, wird er an der Leine zurückgeholt. So merkt der Vierbeiner schnell, dass es für ihn negative Folgen hat, wenn er nicht gleich hört. Er wird an der Leine gelassen und bei Bedarf wird diese genutzt, ihn zurückzuholen. Das mag kein Hund, wenn er doch gerade so schön dabei war, die Wiese abzuschnuppern.

Viele raten in dem Fall auch zur Belohnung. Dadurch soll der Hund lernen, dass es sich immer lohnt, zu seinem Menschen zurückzukehren. Die Methode mit der Leine als nächste Trainingsstufe ist durchaus sinnvoll. Denn hört der Hund schon an der Leine nicht auf seinen Menschen, so wird es ohne Leine noch schwerer. Gerade an der Schleppleine haben Hunde die Möglichkeit zu wählen zwischen seinem Besitzer am anderen Ende der Leine oder der gewissen „Freiheit“, die er durch den langen Auslauf genießt. Der Hund muss lernen, dass nichts wichtiger ist, als sein Mensch.

Spielerische Trainingseinheiten einbauen

Eine tolle Alternative, den Hund zu trainieren, sind bestimmte Spiele. Das macht nicht nur dem Hund Spaß, sondern auch seinem Besitzer. Am besten werden hierfür Spiele gewählt, die der Hund besonders gerne mag. Hat er beispielsweise ein bestimmtes Spielzeug, welches er besonders mag? Dieses sollte ausschließlich zu Trainingszwecken gewählt werden, damit der Hund auch merkt: Aha! Das ist was Besonderes! Dabei ist es wichtig, dass der Mensch dieses Spielzeug die ganze Zeit über festhält und nie ganz dem Hund überlässt. Er kann damit spielen, es wird ihm aber nie überlassen.

Dieses spielerische Miteinander stärkt die Verbindung zwischen Mensch und Tier erheblich. Als Ankündigung für dieses Spiel kann das Kommando gewählt werden, welches auch dem Rückruf dient. Somit verbindet der Hund wieder eine positive Gegebenheit mit diesem Kommando. Wichtig ist nur, dass man dieses Spiel regelmäßig mit dem Hund spielt damit er eine gewisse Routine entwickelt und sich das Kommando und dessen Wirkung merkt.

Auf keinen Fall bestrafen!

Auch wenn eine gewisse Härte und Strenge notwendig sind, um erfolgreich zu trainieren, sollte von Strafen abgesehen werden. Bestimmte Sanktionen, wie Klapse oder Schimpfen, können sich nachteilig auf den Trainingserfolg auswirken. Denn der Hund wird mit einer Strafe auch Angst entwickeln. Und diese Angst verbindet er mit dem Kommando und hört im Endeffekt gar nicht mehr oder tritt sogar die Flucht an. Ganz wichtig für einen Erfolg ist ganz viel Geduld und auch Verständnis für den Hund. Die Vierbeiner ticken nun mal anders als wir Menschen.

Die wichtigsten Tipps auf einem Blick

  • Eine gewisse Körpersprache und Stimmlage unterstützen die Kommandorufe
  • Nur einen Begriff als Kommando nutzen. Alternativ kann auch auf einen Pfiff oder ähnliche Töne trainiert werden
  • Besonders zu Beginn sollte der Hund für seine Folgsamkeit belohnt werden
  • Geduld ist für den Menschen wie auch den Hund dringend notwendig. Die Mühe wird sich lohnen.
  • Langsam mit dem Training beginnen und es nach und nach steigern

Weitere hilfreiche Tipps zur Hundeerziehung und Welpenerziehung finden Sie HIER.

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